8. April 2012

“Für dich - tausendmal!” oder: Was ist das Wesen von Freundschaft?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 08:54

Liebe treue Leserinnen und Leser,

Ostern. Mal wieder. Ich nehme es mal als Anlass, über Freundschaft nachzudenken.

Wer je Religionsunterricht hatte, erinnert sich sicher an die Situation in der Ostergeschichte, wo Petrus seinen Freund Jesus dreimal verrät, bevor der Hahn kräht. Das empörte mich schon als Kind jedes Jahr wieder.

Viele von Ihnen kennen sicher das Buch oder den Film „Drachenläufer”, eine dramatische Geschichte von Freundschaft, Verrat und  den Versuch einer späten Wiedergutmachung.

[B]„Für dich - tausendmal!”[/B] ruft Hassan darin seinem Freund Amir zu, als dieser ihn bittet, den Drachen und somit den Sieg für ihn einzuholen. Auch da eine Geschichte von Freundschaft und Verrat. .

Wie anders in Schillers „Die Bürgschaft”. Sie erinnern sich: Da berührt die Treue der Freunde bis in den Tod des Tyrannen Herz und lässt ihn ausrufen: [B]„ So sei ich, gewährt mit die Bitte, in eurem Bunde der Dritte.” [/B]   (erstbester Link zum ganzen Gedicht)

Hier wie dort geht es um [B]das Thema Freundschaft[/B]. Und um den Verrat derselben.  Große Dichter und Denker haben sich an diesem Thema versucht. Es lässt nur wenige Menschen kalt. Mich auch nicht. Freundschaft zieht sich durch meine Kindheit, Jugend, Familienphase wie ein konstantes Band oder eine beruhigende Konstante -  durch alle Lebensphasen und Lebensstürme hinweg.

Warum? Warum ist uns Freundschaft so wichtig? Was ist es, das uns so tief berührt, wenn wir solche dramatischen  Geschichten oder Balladen über Freundschaft lesen? Was lässt uns derart mitleiden, zieht uns in einen emotionalen Bann?

„Man braucht nur eine Insel allein im weiten Meer, man braucht nur einen Menschen, den aber braucht man sehr.” dichtete Mascha Kaleko.

Diese Inseln zu finden, wird aber in modernen Zeiten immer schwieriger. Freundschaft braucht Zeit zum Reifen. Freund/Freundin wird man nicht über Nacht. Diese Reifezeit für Freundschaft steht vielen - vor allen Dingen jungen Menschen - in dieser modernen Zeit gar nicht mehr zur Verfügung -  Stichwort: Berufsnomaden - und so bleiben viele Menschen, trotz aller beruflichen oder sozial anerkannten Erfolge im Grunde ihres Herzens einsam. Die Sehnsucht danach bleibt.

Ich zähle mittlerweile zu der Generation 50plus. Da stellt sich die Situation anders da. Die ersten Freundinnen/Freunde weilen schon gar nicht mehr unter uns. Sie sind viel zu früh gestorben und hinterlassen eine „Erinnerungslücke”, die niemand füllen kann. Mit wem außer M. kann ich die witzige, schräge, peinliche, berührende Situation in Paris erinnern?   Und: ich stelle mit Erschrecken fest, dass meine Freunde sich ausdünnen, weil ich strengere, bedingungslosere Kriterien für Freunschaft an den Tag lege, als noch vor 10, geschweige vor 20 oder 30 Jahren.

Mich interessieren Ihre Erfahrungen, Meinungen, Antworten zu diesem Thema sehr, zumal ich in meinen Coachings festelle, wie sehr das ursprüngliche Thema, mit dem die Kundinnen/Kunden zu mir kamen, gar nicht ihr EIGENTLICHES Thema ist, denn das ist Einsamkeit/sich einsam fühlen/ sich nach einem!!! Menschen sehnen, einem soulmate, Seelenverwandten, Freund.

  • Haben Sie einen Menschen, zu dem Sie Freundin/Freund sagen? Oder gar eine ganze Freundesclique?
  • Warum nennen Sie sie Freunde? Was macht den Unterschied aus zu Ihren „bloßen Bekannten?
  • Wann endet Freundschaft für Sie? Kann sie aufgekündigt werden? Wenn ja, wann und warum?
  • Gibt es drei  Hauptkriterien, die unbedingt erfüllt sein müssen, wenn es Freundschaft genannt werden soll? Haben sich diese im Laufe Ihres Lebens verändert? Wenn ja, wie?
  • Gibt es einen Spruch, einen Aphorismus, der IHRE Vorstellung von Freundschaft zusammenfasst?

Herzliche Einladung an Sie: Schreiben Sie Ihre Gedanken, Erfahrungen, Antworten zu diesem Thema und teilen Sie sie mit anderen Menschen - manchmal sind auch WORTE Freunde!!!

Das meiner Meinung und Einstellung nach treffendste Gedicht zu diesem Thema finden Sie in meinem Newsletterarchiv.

5. März 2012

Alles grad schwierig? Ein Vorschlag zur Entlastung

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 12:04

Haben Sie auch grad Halb-Schwieriges zu bewältigen?

Liegt Ihnen etwas im Magen? Ärgert Sie etwas: Ihr Chef, Ihre Kunden, die Bahn, Ihre Kinder oder die Pfunde, die sich nach dem langen Winter auf Ihren Hüften niedergelassen haben, als wollten sie dort ihr Dauerlager aufschlagen?

Dann haben wir etwas gemeinsam: Ich steckte vorgestern nämlich auch in Schwierigkeiten. Nicht den wirklich großen, aber solchen, die einen in Gedanken doch nicht loslassen. Beide Schwierigkeiten - Ihre - meine - haben das gleiche Grundthema, haben etwas miteinander zu tun. So kam ich auf die glorreiche Idee:

Warum uns nicht gegenseitig das Leben leichter  machen?

Klassische Win-win-Lösung also.  Sie helfen mir aus meiner Bedrouille und ich im Gegenzug Ihnen mit einem für Sie hoffentlich entlastenden Impuls?
Der Reihe nach: Seit 2 Jahren arbeite ich ehrenamtlich als Lesementorin. http://www.mentor-bielefeld.de/ Ich lese 1x die Woche 45 Minuten mit einem türkischstämmigen Mädchen(nunmehr in Klasse 3). Sie spricht gut Deutsch, liest mittlerweile ganz passabel, versteht aber inhaltlich nicht immer alle Worte oder manche sind einfach neu für sie. Letzte Stunden- wir lasen: Oh wie schön is Panama - fragte sie  plötzlich: “Was ist Humor, Frau Ast?” Äh ja… stotter… stotter… also, Humor ist, wenn man lacht, obwohl es eigentlich nicht wirklich witzig ist… Immer noch großes Fragezeichen in ihren Augen!  Hm, ja, also…  und ich versuchte mich in weiteren Erklärungen. Ich:” Hast du jetzt verstanden, was Humor ist?” Kopfschütteln: Nein!

Hilfe!! Wie erklärt man jemanden, der 10 Jahre alt ist, was Humor meint oder ist?

Hier nun meine herzliche Bitte an Sie: Helfen sie mir/uns, schreiben Sie mir und eigentlich uns Ihre Erklärungsvorschläge. Ich werde sie alle weiter leiten - und Ihnen berichten, welcher Vorschlag den Durchbruch gebracht hat! (Nicht dass ich nicht nochmal in Erklärungsnot war: Beschreiben Sie mal einer 10-Jährigen, was: “jemanden klein machen” meint).

Hier nun mein versprochener Impuls für Sie:

Wenn wir feststecken, irgendwelche Schwierigkeiten uns das Leben schwer machen, ist es Einfällen, was und sas Leben oder die Situation leichter machen könnte,  zuweilen nicht weit her. Wenn man Glück hat, dann  bedarf es nur eines kleinen Erinnerns: durch ein Buch, einen Freund, durch diesen Artikel, der uns erinnert, dass wir selbst über Ressourcen verfügen, die Entlastung bringen.

Hiermit möchte ich dem Glück ein wenig auf die Sprünge helfen - und mich selbst, da auch ich ihn zuweilen aus den Augen verliere - exakt an das erinnern, wofür mir noch eine gute Kindererklärung fehlt: den Humor.

Versuchen Sie, Ihre humorvolle Seite - Saite! - in sich wieder zum Klingen zu bringen.

Versuchen Sie es wenigstens. Muss nicht perfekt sein.  Viel zu häufig gehen wir viel zu streng mit uns selbst um! Humor ist Lebenskunst pur! Meint  er doch, zu sich selbst und seinem momentanen Zustand auf Distanz gehen zu können, ihn in einen weiteren Horizont zu stellen. Und, Humor versöhnt: auf leise, unaufdringliche Weise mit den Dingen, die wir, vielleicht auch nur für ein paar Momente oder Minuten oder Monate nicht ändern können.  Und versöhnt uns mit uns.

Humor gehört zu den Basics der Lebenskunst. Eine Könnerstufe höher ist eine kleine, feine, melancholische Ironie anzusieden.  Da betrachtet mensch sich nicht nur aus der humorvollen Distanz, sondern geht auch noch auf Distanz zu dieser Distanz: eine philosophische Übung. Und der wird nachgesagt, dass sie das Zeug ha, Menschen heiterer und gelassener stimmen zu können.

Ich liebe den Aphorismus des Schweizer Dichters und Schriftstellers Heinrich Wiesner

„Humor hat seine Wurzeln im Schmerz. Schwarzer Humor gründet noch tiefer!”

Verlieren Sie Ihren nicht! Üben Sie sich ihn dieser Kunst, für die Sie niemanden brauchen. Außer eins: sich selbst!

9. Februar 2012

Wintertag im Februar - Kleines melancholisches Selbstgespräch

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 11:19

Ich schaue hier grad aus  Erkerfenstern auf die leicht winterlich verschneiten Dächer rundum. Rauch aus den Schornsteinen kringelt sich gequält und unentschlossen , wie gestaucht,  in den blassgrauen Februarhimmel.

Ein paar Raben - oder sind es Krähen? - hüpfen beneidenswert leichtfüßig die Dachpfannen hinauf: Schräglage: Kein Problem für sie.  Tauben hocken derweil dick aufgeplustert in den kahlen Ästen der alten Eichen. Eine alte DAme zieht ihren, Himmel, ich fasse es nicht!, in einem lodenbestickten Mäntelchen umwickelten Kleinhund Richtung Park. Hund wie Frauchen sehen verfroren aus.  Ein Autofahrer versucht auf der engen Straße zu wenden.

Wie unspektakär!, denke ich. Welch unspektakuläre, unspannende Jahreszeit. Das einzig Spannende - weil nicht normal - sind die hohen Minusgrade…

Früher, ja früher, als ich 18 war, da war “das Alles” anders! Da stieg ich ins Berufsleben ein. Weg vom norddeutschen Land in die Großstadt. Nach Kölle! Mit allem drum und ran: Weiberfastnacht, Rosenmontagsumzug, Aschermittwochskater…  Alles war neu. Alles fühlte sich lebendig an: Ich, das Arbeiten, die Großstadt, die Welt. das Leben.

Seufz…. Na, Madame, wir werden doch heute nicht melancholisch werden? Ratio meldet sich: Nun bleib mal schön sachlich. Rein sachlich betrachtet, besteht Null Grund dazu!  Bauch protestiert: Ich fühle mich aber melancholisch…   Warum eigentlich nicht?, schallt es aus dem Seeleninneraum. Warum eigentlich nicht! Spannung entsteht NUR, wenn es mindestens ZWEI Pole gibt.

Nehmen wir doch gleich die Melancholie. Ausgelassene Heiterkeit wäre eine gute  Bezeichnung für einen Gegenpol. Wer immerzu nur danach strebt, heiter und gelassen zu sein, der sieht sich irgendwann tödlicher Langeweile ausgesetzt.  Wenn schon kein spektakuläres, so doch ein spannendes Leben findet zwischen den Polen statt.

Dann gönne ich mir mal meine kleine Melancholie. Heute. Ganz bewusst. Im Wissen, dass der Gegenpol sich umso intensiver - spannender - anfühlt und melden wird. . Schwarz vor schwarz ist nicht wahrnehmbar. Weiß vor weiß auch nicht.  Heiterkeit oder Fröhlichkeit vor Melancholie schon viel eher.

Übungen zur Lebenskunst, die ich gerade mache…  Dazu zählt: Bewusst den Gegenpol zu suchen, um sich selbst ein spannendes Leben zu machen. Oder den Gegenpol anzustreben, wenn das Leben grad zu voll und überbordend sich über einem ausschüttet.

20. Januar 2012

Requiem für einen Baum

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 10:18

Sie kommen immer im Morgengrauen. Immer. Das kenne ich schon. Wenn die Menschen noch halb schlaftrunken in den Morgen stolpern, kommen sie.  Mit ihren Sägen.  Und immer mit einem Lastwagen mit großem Anhänger. Blitzblank soll die deutsche Erde hernach sofort wieder sein.

Und dann heute morgen sehr früh hörte ich sie. HÖRTE! Dieses Geräuch von Motorsägen, das sofort das Adrenalin in die Blutbahn pumpt. Weil ich es kenne. Weil ich weiß, was es bedeutet, weiß, wer kommt und was kommt. Die Baumfäller. Die mal eben in 10, 20, 30 Minuten Bäume, die mitunter Jahrhunderte gewachsen sind, absägen.

Ich höre sie…. Sie sägen und sägen und sägen. Noch immer. Den Ahornbaum, der jahrelang vor meinem Büroerkerfenster stand.  Das Fällen ging so schnell, dass es mir kaum gelungen war, in Schuhe und Mantel zu schlüfen und ihn noch mal vor dem Haus stehend und irgendwie auch die Straßenkreuzung prägend, zu fotografieren. So blattlos, so nackt, bevor er fällt.

Und nun zersägen sie ihn. Ich kann nicht hingucken. Ich kann nicht weghören. Ich stelle mir vor, mir würde jemand fein säuberlich mit einer Kreissäge Arme, Beine, Rumpf in fein handlich zu transportierende Stücke zerzägen…

Es ging ja nicht anders. Alles für Ihre Sicherheit, Frau Ast. Alles geprüft. Alle Möglichkeiten durchdacht. (Alle? Mir fiel schon aus dem Stand noch eine andere ein..)  Wir bedauern, Sie müssen verstehen: Es geht einfach nicht anders!

Und überhaupt:  Ist nicht alles Leben ein Werden und Vergehen? Und  nichts währet ewiglich. Könnte man einwenden.  Alles korrekt. Nicht zu widerlegen. Und dennoch, irgendwas in mir protestiert. Irgendetwas,  noch nicht in Worte Benennbares, schreit nach Gehört-werden-wollen.

In meinem Kopf dreht und dreht und dreht sich immer wieder die Schlusszeile aus einem Gedicht von Ernst Jandl


einen will ich, der für mich spricht!

31. Dezember 2011

Erst im Neuen Jahr zu lesen…

Abgelegt unter: Allgemein — mary @ 17:06

Im neuen Jahr

grüße ich meine nahen und die fremden Freunde

grüße die geliebten Toten

grüße alle Einsamen

grüße die Künstler die mit Worten Bildern Tönen mich beglücken

grüße die verschollenen Engel

grüße mich selber mit dem Zuruf: Mut

Rose Ausländer

~~~~~~~~~

Allen Leserinnen und Lesern ein gutes, erfülltes und erfüllendes Neues Jahr.

Nicht nur mir, auch Ihnen rufe ich mit Rose Ausländer zu: Mut. Wofür auch immer Sie ihn brauchen: Neues anzupacken, Altes loszulassen, beherzt eine Entscheidung zu treffen, sich mit sich oder sonst jemandem auszusöhnen.

In herzlicher Verbundenheit auch in 2012.

Maria Ast

7. Dezember 2011

Tag 19, 20, 21, 22, 23… und Fazit des Selbst-Exeriments

Abgelegt unter: Allgemein, Selbst-Experiment — Tags:, , — mary @ 10:04

Nein, es ist noch nicht der 24. 12. heute, es ist ‘bloß’ der 23. Tag meines 21-Tage-Selbst-Experiments.

19. bis 21. Tag: Ruhe. Ruhe. Ruhe für Körper und Geist, da es seit gestern wieder voll losgeht mit Coachings und Alltagsdingen.  Der Husten hat sich von Orkanstärke auf Windstärke 2 - 3 runtergeschraubt und der Kopf ist wieder frei.

Ja, das Experiment: Mit Gewohnheiten brechen - in meinem Fall, die der Vorratshaltung.

Die herausragendsten Erkenntnisse sind:

  • Ich scheine archetypisch Uraltsammler-Triebe zu haben, jedenfalls was Nahrung, Papier, Servietten und Spruch-Postkarten und Bücher angeht. War min in dieser opulenen Weite nicht bewusst vorher.
  • Die wahre Gewohnheit, die es zu ändern gilt, ist nicht im “Horten” von Nahrung, sondern die Art, wie ich wann und warum einkaufe, nämlich nach dem Lustprinzip: Worauf habe ich JETZT oder HEUTE Hunger?
  • Dieses Lustprinzip-Einkaufen hat aber den entscheidenden Nachteil, dass ich dann wiederum Nahrung kaufte. Frau kann ja NIE wissen, worauf sie/wir morgen Hunger haben.
  • Wie sehr auch bei der Nahrung mein allerheiligster und genereller Lebenswahlspruch durchkommt: ICH HÄTTE GERNE DIE WAHL!
  • Ich hätte nie geglaubt, wie sehr Gastfreundschaft und dem-Gast-Nahrung-anbieten bei mir zusammen hängen. Bin Landkind. Da kam eben was auf den Tisch, wenn Nachbar oder Gäste kamen. Wie ich damit zukünftig umgehen will? Weiß ich grad noch nicht. Gilt es nochmal drüber nachzudenken.
  • Dass frau nebenbei 3 kg in 21 Tagen abnehmen kann, OHNE sichkrampfhaft zu konzentrieren: Was esse ich alles nicht?, sondern durch pure Fokussierung auf: Was is noch da?
    (Naja, dieser fiese Infekt hat auch dazu beigetragen, dass ich eigentlich 1 Woche so gut wie keinen Hunger hatte…)
  • Die wichtigste Erkenntnis: Welch ungeheuren Spaß es mir macht, zu schreiben! Nicht nur für mich allein im KÄmmerlein, sondern hier im Blog oder sonstigen Blogs. Das Schöne daran ist wiederum, dass man das Gefühl hat: Da draußen sind Menschen, die das lesen. Und das Schöne daran? Es befriedigt unserer aller Sehnsucht nach Verbundenheit mit Menschen, die ähnlich ticken, wie wir selbst. Dazu habe ich mal einen Blog-Artikel geschrieben: Ich schreibe, also bin ich - Oder warum bloggen, twittern, schreiben Sie?, der immer noch passt.
  • Dass ich ein Coach sein will, der sich auch als Mensch sichtbar macht- und nicht nur als supertolle Expertin, die immerzu alles im Griff hat. Hat se nicht - ABER: Sie hat gelernt, mit den Herausforderungen des Lebens anders umzugehen, als noch vor Jahren. Das beruhigt ungemein. Und gibt Selbst-Vertrauen.

Im Prinzip ging es ja bei diesem Experiment um die grundlegende Frage:
Wie passsiert Veränderung? Welche HIndernisse treten auf? Was lässt mich scheitern oder weitermachen? Wie sehr bin ich motiviert? Macht es Spaß oder wird es Last und Frust?

Ich bin nachwievor der Meinung:
Die innere Haltung bestimmt den Grad unserer Motivation - ganz egal, um welches Ziel oder welche Herausforderung es sich handelt.

Sich z.B. die Erlaubnis zu geben: “Ich darf auch scheitern!, dann kommt es eben meiner (Lebens)Erfahrung zugute!”ist weitaus förderlicher, als auf Teufelkommraus ein Ziel erreichen zu wollen. Es sind die Flexiblen, die evolutionstechnisch überlebt haben, nicht diejenigen, die es nicht geschafft haben, sich veränderten Verhältnissen anzupassen. Oder: die Verhältnisse den eigenen Bedürfnissen anzupassen.

Vielleicht haben Sie ja Lust gekriegt, selbst ein kleines Experiment der Veränderung zu wagen:

offener zu werden, oder direkter, oder mal kein Geschenkpapier um die Weihnachtspakte zu packen, sondern irgendwas Kreativeres, oder sich freundlicher am Telefon zu melden, oder morgens 10 Minuten eher aufzustehen, um in Ruhe zu frühstücken. Was immer es sein mag, STARTEN Sie - mit der inneren Haltung: Ich lerne hier was über mich! Was immer es sein wird, es wird mich in meiner Selbst-Kenntnis weiterbringen.

Und, wenn Sie mögen: Lassen Sie uns teilhaben hier.

2. Dezember 2011

Tag 18 von 21 - Gewohnheiten: Diener oder Herr?

Abgelegt unter: Allgemein, Selbst-Experiment — Tags:, , — mary @ 10:04

Es regnet! Juchhu! Yippy! Schon beim Augenaufschlagen hörte ich die Tropfen auf dem Fensterbrett. Es gibt Wetter, das passt einfach besser zu meiner Stimmung als anderes.  Nichts stimmt mich depressiver als strahlendster Sonnerschein mit lauter munteren, geschäftig unterwegsseienden Menschen, die sich alle, alle gemüßigt fühlen, dieses wunderschöne Wetter zu NUTZEN! Ich könnte mich als trotzige Gegenbewegung dann einfach ins Bett legen und sagen: Ich mache nicht mit!

Aber heute… Yes, , ist das toll! Heute kann ich völlig losgeöst vom Schön-Wetter-nutzen-Druck in der Bude vor mich hin rekonvaleszieren (und meine Lunge hat das noch bitter nötig!) - und meine Küchenschränke aufreißen, zumal der Appetit sich langsam wieder anschleicht.

Eigentlich bin ich enttäuscht! Ich bin ent-täu-häuscht!

Kennen Sie den Film: A Fisch called Wanda? Wo der Typ alles mögliche macht, um einen Safe zu knacken. Endlich isses soweit…  Er öffnet ihn… LEER!! Alles umsonst! Jedermann und -frau erwartet, dass der Typ komplett ausrastet.  Der sitzt aber nur da und sagt lakonisch: “Ich bin enttäuscht. In bin ent-täu-häuscht!”  Irre.  Dieser Satz ist in Family als running Gag eingegangen. Es brauchte nur jemand zu sagen: “Ich bin enttäuscht. Ich bin ent-täu-häuscht!” dann wussten alle, was Stunde oder Gemütslage geschlagen hatte, was Schulnotenlage anging, zuweilen auch.

Also, auch ich bin ent-täu-häuscht!  Ich hatte mir das Ergebnis auch anders vorstellt. Ich dachte, …..

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30. November 2011

Tag 16 von 21 - Schlapp… schlapp und der erste Wunsch ging schon in Erfüllung

Ich hatte mir vorgenommen: Dieses Jahr lässt du es im Advent langsam angehen. Jau. Wunsch innen forumliert - Universum/Christkind/Weihnachtsmann, irgendwer hat Wunsch postwendend erhört. Seit Tagen schleppe ich mich vom Sofa ins Bett an den PC über die Küche - Teechen kochen,  kalte eingeweckte Kirschen essen - zurück aufs Sofa. Seit 5 Tagen bin ich krank - und das erkenne ich nicht nur am vorgenannten Rumgeschleppe meines Körpers, sondern vor allen Dingen auch daran:

Ich lie-be Kuchen. Ich liebe ein Glas Rotwein am Abend. Wenn ich beides nicht mag, bin ich krank. Ich mag beides nicht!

Und, ich mag es zudem nicht, wenn mich jemand betüddelt, wenn ich krank bin und mich bedauert und auf jede Gelegenheit stiert, um mir was Gutes zu tun. Ich könnte dann schreien.  Was ja grad nicht geht. Stimme ist im Eimer.  Was ich sagen will: Wenn ich schlapp, schlapp darnieder liege, dann will ich einfach in Ruhe gelassen werden. Punkt. Ich will vor mich hin leiden, husten, dösen, drömseln. Mitfühlende Menschen setzen mich da irgendwie zusätzlich unter Druck. Erlaubt ist grad noch zu fragen: “Brauchste was?”  - und das bitte nicht im Mitgefühl triefenden Ton, nein, einfach gefragt und dann kann ich “Ja, nen Tee.” sagen und dann will ich den ans Bett geknallt kriegen und gut is. Jede weitere Zuneigungsbekundung möge man(n), Kind, FreundIn unterlassen oder sich für Zeiten aufheben, wo es mir gut geht.

Und SIE? Was brauchen Sie, wenn Sie krank sind? Ich grenze mal ein: wenn Sie megamäßig erkältet sind oder gerade die Magen-Darm-Grippe oder die Migräne Sie erwischt hat. Trost? Gepampert werden wollen? Aufmerksamkeit? Oder Mit-sich-allein-sein? (weiterlesen…)

28. November 2011

Tag 14 Selbst-Experiment - Der Mensch denkt, die Infektion lenkt

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 10:43

Hallo und einen sonnigen Montagmorgen.

Sie sind treuer Blogleser, treue Blogleserinnen und sind voller Erwartung von ‘fleischlichen’Lobeshymnen meinerseits, Lobeshymnen auf  Gans und Knödel und Rotkohl?

Dann muss ich SIe enttäuschen. Der Mensch denkt und plant und die Infektion legt den Plan mal grad aufs Laken. Statt Gans & Co. gab es Samstagmorgen Husten, Heiserkeit, Kopfweh - und Hühnersuppe. Hatten Körper und Seele nötig, weil beide sich auf Lecker-essen im Kreis lieber Menschen gefreut hatten.

Und bevor SIE es jetzt auch noch sagen: NEIN! Ich glaube NICHT, dass meine Infekt… Moment… Hatschi… Haaa… echt jetzt…. , also, dass meine Infektion irgendwas mit meinem Ich-esse-erst-mal-alles-leer Experiment zu tun hat. Das zeigt mir EHER, was SIE oder sonstige Mitmenschen sich darunter vorstellen. Denn dazu tendieren wir: Uns Vorstellungen - zuweilen wildester oder besorgtester Art - zu machen, wenn wir (weiterlesen…)

25. November 2011

Tag 11 des Selbstexperiments - Bergfest also…

Abgelegt unter: Allgemein, Selbst-Experiment — Tags:, , — mary @ 09:56

Tag 11 also von angepeilten 21 Tagen. Die kleinen Essgewohnheiten, die ich scheint’s drauf habe, zeigen sich immer mehr: Z.B. das Thema Fleisch. Gestern hätte ich meine Zähne ununterbrochen in etwas Fleischliches schlagen können. Egal was: Schinken, Steak, Hähnchenbrust, Roulade… völlig wurscht. Hauptsache: FLEISCH!

Bis dato war mir nicht klar, dass ich doch hin und wieder sehr gerne nicht-vegetarisch esse. Ohne diese Öffentlichkeit hier im Blog wäre ich gestern in die Frittenbude Ecke Sudbrackstraße gestürmt, um mir dort gleich und sofort ein halbes Hähnchen-  nackt, ohne Beilagen-  einzuverleiben.

Jaja, die kleinen Gewohnheiten, die sich ‘einfach so’ in den Alltag einschleichen. Nächste Erkenntnis: Anscheinend nutze ich das Lebensmittel-einkaufen als willkommene Gelegenheit,    (weiterlesen…)

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