9. Oktober 2009

Wind of Change - Gedicht

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 19:21

Passend zum Herbstwind, noch ‘n Gedicht von mir.

Hier können Sie das Gedicht direkt hören. Bitte auf play klicken.

Gedankenflut - Gedankenstopp

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 10:57

„Ich wünschte, ich könnte meine Gedanken abstellen!” Die meisten von uns haben diesen Satz sicher schon gesagt oder von jemand anderem gehört. Eine Gedankenflut , eine Art nicht erwünschtes Brainstorming strömt und stürmt durch unser Gehirn. Die Gründe dafür sind vielfältig, und die erlaube ich mir an dieser Stelle einfach außen vor zu lassen.

Wir wünschen uns, dass mal Ebbe wäre mit unserem Gedenke, um zur Ruhe zu kommen.

Beten, meditieren, eine Entspannungskassette hören. All das mag bei vielen wirken, bei mir wirkt es im aktuellen Flut-Stadium so wenig wie ein Wagenheber, den ich nicht dabei habe, obwohl mein Auto grad 2 Platte hat.

Letzte Woche entdeckte ich - gegen Mitternacht - eine für mich eine äußerst wirksame Methode, und zwar als ich ein Buch von Wilhelm Genazino las. Bevor ich Ihnen diese verrate - Spannung muss sein, lernt frau spätestens beim 3. Marketingbuch - erst mal ein paar schnell umsetzbare und gängigere Erste-Hilfe-Tipps:

1.) Die bekannteste Methode ist der Gedankenstopp. Wenn’s mal wieder zu doll im Gehirn tobt, sagen Sie das schlichte Wörtchen STOPP! Ggf. auch 3 oder 99 mal.

2.) Noch besser funktioniert die Methode m.E., wenn Sie sich in der dritten Person ansprechen: STOPP, Eva, Erika, Simone. STOPP, Peter, Bernd, Alfred! (Setzen Sie Ihren Namen ein.) Das gibt zusätzlich Abstand. Sie betrachten sich dann einen Moment wie von außen. Das wiederum ist eine gute Ausgangsbasis für Tipp

3.) Wer sich von außen betrachtet, hat Distanz zu sich und kann mit sich selbst ins Gespräch kommen. Reden Sie sich gut zu. Auch in der 3. Person: Das schaffst du schon, Rolf! Ach, komm, Mädchen, das hast du das letzte Mal auch geschafft. Eigentlich weißt du doch: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!. Wird schon! - Hört sich vielleicht platt an, dennoch: Hier greifen tatsächlich Volksweisheiten, so oder weil einem grad nix Eigenes Aufbauendes einfällt.

4.) Verändern Sie Ihre Körperhaltung: Stehen Sie auf, wenn Sie grad liegen. Legen Sie sich hin, wenn Sie grad stehen. Persönlicher Tipp: Knien Sie sich hin. Ich kann Ihnen versichern, wenn Sie nicht grad katholisch aufgewachsen sind wie ich, dass das ein ungewöhnliches Gefühl für Sie sein wird. Veränderte Gefühle führen zwangsläufig zu anderen Gedanken. Ein „Trick”, mit dem viele Körpertherapeuten arbeiten.

Nun zu meiner Neuentdeckung im Umgang mit unerwünschten Gedankenstürmen, die mich gleich zu diesem Newsletterartikel inspiriert hat und den ich nun mit Ihnen teilen möchte, weil er so genial und schnell und überall einsetzbar bei mir wirkt:

5. Versuchen Sie, die Dinge, die Sie grad sehen oder hören, so exakt wie möglich zu beschreiben. (Gefühle beschreiben geht auch. Ist dann schon was für Fortgeschrittene.)

Also, z.B. sitze ich ja grad am Laptop hier. Der steht auf einem Schreibtisch im Erkerfenster. Das Fenster ist braun. Die Fensterbank heller Marmor. Darauf 3 unterschiedliche große Steine: 1 schwarzer, 2 hellere. Daneben ein kantiges, durchsichtiges Stück Alabaster, dazwischen 2 hohe, schlanke Blumenvasen aus Glas mit hellblauen Streifen, eine trägt eine weißpinke Lilie. Im Hintergrund: hellgrauer Nebel über Häusern und Bäumen und ein Ahornbaum mit dunkelgrünen Blättern, auf deren Enden Tautropfen hängen…

(Die Zustandsbeschreibung meines Schreibtisches offenbare ich Ihnen jetzt mal nicht.)

Der Effekt ist verblüffend: Sämtliche Gedanken sind auf das Beschreiben fokussiert. ICH finde das superentspannend. (Zudem hat diese Übung einen enormen Nebeneffekt: wir lernen, Beschreibung von unseren subjetiv-gefärbten Interpretationen und Bewertungen zu trennen.)

Fangen Sie am besten gleich mit Üben an und etwas zu beschreiben gibt es überall: im Büro den Schreibtisch oder was XY heute trägt, beim Spazierengehen die Landschaft, die Bäume, die Straße, selbst auf dem Klo kann man die Kacheln und das Deko beschreiben.

Üben ist wichtig, denn, merke: Auch der beste Wagenheber nutzt nichts, wenn du im entscheidenden Augenblick nicht damit umgehen kannst.

Und noch ein Hinweis fürs Üben und den Ernstfall: Vergessen Sie alle richtig-und-falsch-Kriterien, die Ihr ehemaliger Deutschlehrer für Beschreibungen ansetzen würde. Es soll Sie entlasten. Das ist der Sinn an dieser Stelle.

Nun sind da beileibe ja sicher nicht alle Methoden, um einen Gedankenstopp hinzukriegen.

Kennen Sie welche, die Ihnen helfen? Welche Maßnahmen wirken bei Ihnen am besten, schnellsten, entlastendsten? Wenn Sie mögen, teilen Sie es mir und anderen hier mit.

1. Oktober 2009

Alles ist möglich! - Ist alles möglich?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 11:42

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gehören Sie auch zu den Menschen, die sich von Medien, Ratgebern, Büchern einreden lassen: Alles ist machbar. Alles. Ändere einfach - haha, als wenn das generell so einfach wäre - deine Gedanken und du wirst ein Leben in Dauerspaß, Dauergesundheit, Dauerfitness, Dauerglück haben.

Dass wir uns alle nach Gesundheit, Glück, Liebe, Erfüllung sehnen, wird sicher niemand abstreiten wollen. Dass veränderte Gedanken veränderte Ergebnisse hervorbringen, ebenso wenig. Mich bringt es nur zunehmend in Rage, ja, Rage, was solche Heilsversprechen bei vielen Menschen anrichten. Der Grund: sie arbeiten mit Absolutheiten und absoluten Wahrheiten oder Sicherheitsversprechen: Wenn Komma dann…

Die Botschaft dahinter lautet ja zudem: Du bist zu 100% verantwortlich für das, was du denkst. Und wer 100% verantwortlich ist, der ist auch zu 100% verantwortlich für das Ergebnis. Und wenn das Ergebnis nicht das erwartete ist, ist derjenige auch selber SCHULD!

Beispiele dazu aus meiner Praxis:

- Da kommt eine Frau, die sehr krank ist und macht sich schwere Schuldvorwürfe: Wenn sie nur ‚das Richtige’ gedacht hätte, dann wäre sie ‚sicher’ nicht krank geworden.

- Da kommt ein dynamisch wirkender Unternehmer, ist aber tatsächlich dem totalen Burnout nahe, weil ihm schwant, dass er auch in den nächsten 3 Jahren keine Million gemacht haben wird - obwohl er doch laut Buch alles richtig gemacht hat.

Das sind m.E. Allmachtsphantasien, die da in Menschen geweckt, übernommen wurden oder werden. Gehen diese nicht in Erfüllung, scheitern diese trotz enormer Anstrengungen, fühlen sich die Scheiternden schuldig, zweifeln an sich, ihren Fähigkeiten und/oder fallen fast zwangsläufig in den Gegenpol von Allmacht, nämlich den der Ohnmacht.

Dann gilt es, den Kundinnen/Kunden wieder klar zu machen: Du bist nicht ALLmächtig: das Leben und die Umstände sind viel zu komplex. Aber du bist auch nicht OHNmächtig, sprich, ohne Macht. Du hast Macht über bestimmte Dinge, Einstellungen, Gedanken, du hast Ressourcen, du hast Lebenserfahrung - oder erfährst sie gerade - und etwas ist immer möglich, aber eben nicht alles.

Mir fällt dazu noch ein Begebenheit aus meiner Anfangszeit als Coach ein, als ich einen Freund noch glühend davon überzeugen wollte, dass mit Coaching und NLP alles möglich sei, er daraufhin ruhig und grinsend 2 alte Langspielplatten rauskramte und mir zwei Lieder vorspielte.

Das erste war: You can get it, if you really want!

Das zweite: You can’t always get what you want …but sometimes you get what you need.

Was immer Ihnen von den 2 Aussagen näher steht, es hat Auswirkungen auf Ihren Blick auf die Welt und Ihr Da-Sein in der Welt. Vielleicht haben Sie ja Lust und probieren spielerisch mal vorübergehend eine andere Sichtweise aus - und bleiben aufmerksam, ob und was sich ver-ändert.

Herzliche Grüße

Maria Ast

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