11. Mai 2010

Dankbarkeit: ein Band oder eine Fessel?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 10:03

“Dankbarkeit ist manchmal ein Band, oft aber eine Fessel.” J.W. von Goethe

Liebe Leserin, lieber Leser,

ICH bin Ihnen ja sooooooo dankbar, dass Sie meinen Newsletter lesen. Und SIE sollten gefälligst dankbar sein, dass ich Sie hier mit News und Tipps und bewusstseins-erweiternden Worten versorge…
Und außerdem meinen ja viele Mütter, Blumenläden, Douglasfilialen, Vertreter von Kirche und Politik, dass Kind doch am Tag X den Müttern danken soll.

Sie merken schon: mit der Dankbarkeit ist das so eine Sache. Geben und erhalten wir sie reinen Herzens, erreicht sie auch unser Herz: wir freuen uns, sind  be-rührt oder auch ge-rührt.
Das gilt sowohl, wenn wir jemandem “Danke schön!” sagen, als auch, wenn jemand uns zurück meldet: “Ich bin dir dankbar!”

Dankbarkeit hat etwas mit Wertschätzung zu tun.  Bemerke ich den Wert, hat etwas Wert für mich, dann fällt es leicht, zu danken. Das geht häufig ganz spontan. Ohne großes Überlegen oder großartiges Hin-und-her-wälzen von Pro und Contraargumenten kommt uns der Dank über die Lippen oder die geschriebenen Worte fließen uns wie von selbst aus der Feder. Das hat etwas Verbindendes, ist ein schönes Band.

Dankbarkeit, die eher einer Fessel gleicht, kennen Sie sicher auch. Das läuft meistens sehr subtil ab. Der andere fordert nicht direkt, sondern schiebt einem gekonnt Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen unter.

- “Ich war doch immer für dich da, Kind…”,
- “Habe ich mich nicht wie blöd für Sie eingesetzt beim Oberboss?”
- “Kannst du nicht wenigstens  EINMAL auch auf mich Rücksicht nehmen?”
-  “‘Du solltest dankbar sein Komma, dass du gesund bist, noch einen (wenn auch krankmachenden) Job hast, Kinder hast, keine Kinder hast, keine Glatze, eine Partnerin usw. usw. Dieser Relativierungs-Rat kommt besonders gut, wenn wir grad keine Ratschläge bräuchten, sondern Mitgefühl.

Sich selber die Fessel anlegen, das geht allerdings auch: ICH möchte auch mal ein Dankeschön hören, grummele Wolchen, Monate, Jahre innerlich rum, statt dem anderen zu signalisieren: Ich finde, ich habe ein Dankeschön verdient.
Wer das nicht kommuniziert, hat gute Chancen auf einen Burnout: Ich gebe noch mehr und mehr und mehr, in der immerwährenden Hoffnung, der Chef, die Kunden, der Partner, die alten Eltern, die Schüler, der liebe Gott werden  eines fernen Tages doch noch erkennen, wie tüchtig, anders, besser, verantwortungsvoll, kümmernd… ich bin.

Es muss gar nicht Böswilligkeit des Gegenübers sein, wenn das Dankeschön ausbleibt. Viel häufiger ist   Gedankenlosigkeit der Grund. Dankbarkeit hat mit Wertschätzung zu tun. Er/sie wertschätzt nicht (mehr), was ich tue. Vielleicht muss ich ihm den Wert tatsächlich mal wieder unter die Nase reiben, gar mit der Faust auf den Tisch des Hauses knallen  oder in gesitteterer Kommunikationsform den anderen klar machen: ich tue etwas, was von Wert für dich bzw. euch ist. Und: das möchte ich wahrgenommen wissen.

Schönstes Ergebnis wäre, dass der andere tatsächlich erkennt: Mensch, hast ja recht. Ich bin dir wirklich von Herzen dankbar. Für SO ein Ergebnis gibt es keine Garantie, aber jedenfalls haben Sie aus Ihrem Herzen  keine Mördergrube gemacht. Auch das befreit und erleichtert.

Welche Erfahrung haben Sie mit der Dankbarkeit gemacht? Fällt es Ihnen leicht zu danken? Können Sie Dank gut annehmen? Wie gehen Sie mit “Dankeinforderern” um? Ist Achtsamkeit Voraussetzung für Dankbarkeit, was meinen Sie?

7. Mai 2010

Projekt: Ohne Moos viel los! - Talente gegen Talente

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 08:37

Hintergründe zum Angebot: Ein besonderer Wünschetag

Immer wieder treffe ich wunderbare, nette, aufgeschlossene  Menschen, die sich , aus welchen Gründen auch immer, in einer finanziellen Notlage befinden, Sie kämen gerne in meine Kurse, sie bräuchten dringend Unterstützung, Begleitung, ein Coaching, aber…und dann kommt das große ABER: sie können es sich schlichtweg nicht leisten, weil sie bei Hartz IV gelandet sind, mit ihrer Selbständigkeit gescheitert sind, durch Krankheit, Scheidung, Tod mehr oder weniger mittellos dastehen.

Was tun? Altruistisch umsonst anbieten? Wie helfen, ohne sowohl mir selbst als dem/der anderen das Gefühl zu geben:  Hey, ICH bin die große Geberin - und  DU bist der ‘Almosen’-Empfänger. Das ist für mich nicht Auf-Augenhöhe-miteinander-verkehren. Zudem hinterlässt es bekanntermaßen häufig beim Nehmer das Gefühl, in jemandes, in diesem Fall: meiner Schuld zu stehen. SO, das wusste ich ganz genau,  wollte ich es NICHT.

Manchmal fällt einem die Lösung quasi als Geschenk vor die Füße:

Einer supernetten Frau habe ich letztens spontan angeboten: Sche… aufs Geld!  Kommen Sie doch einfach so. Sie haben sicher 1000 Talente, die ich gebrauchen kann und damit bezahlen Sie dann den Kurs. Auch wenn sie an dem Tag nicht konnte, war sie völlig begeistert von diesem Vorschlag und, peng, die Idee lag plötzlich megaklar vor mir: Ich mache eine Art Pilotprojet: ICH biete einen Kurs an - und die TeilnehmerInnen bezahlen mit ihren Talenten.

Wie der Donner dem Blitz folgt, folgten natürlich 1000 “Ja, aber!” der lieben besorgten Mitmenschen: Wie willst du das denn machen? Dann musst du doch XY und Z machen! etc. etc. ..  Weitere Ausführungen zum Traumkiller Ja, aber… siehe diesen Blogartikel.

Ich will und wage es dennoch, nämlich den Versuch, ob es möglich ist, Talente gegen Talente zu tauschen. Ich gehe das Ganze mit großer Neugier an und bin gespannt ob all der kreativen Dinge, Leistungen, Ideen, die es zu tausachen gibt und gilt.

Für mich hat das auch etwas damit zu tun, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Wert nicht mehr oder nur davon abhängig machen, ob sie Geld haben oder nicht. Was sie haben, sind Talente.  ALLE! Und sich dieser wieder als eigenständigen Wert bewusst zu werden, sich selbst mal wieder als Gebende zu erleben, , fördert das Selbst-Bewusstsein enorm.

Noch 2 häufig gestellte Fragen: Warum gerade ein Wünschetag? Ist das nicht purer Quatsch für Leute mit Existenzsorgen?

GERADE Menschen mit Existenzsorgen brauchen m.E. einen INSELTAG, an dem sie mal wieder nach Lust und Laune ihren Wunschmuskel ausprobieren, trainieren können,  um aus dem Denkkarussel: Kein Geld!  Wie komme ich schnellstmöglichst zu Geld? herauszukommen.

Und: sie selber gestatten sich das Träumen und Wünschen selbst nicht mehr, weil sie im Realitätskorsett oder Resignierungspanzer gefangen sind. Da kann man/frau auf keine neuen, guten Perspektiven kommen. Träumen erweitert den Möglichkeitshorizont!

Das größte Tabuthema ist jedoch in so einer Situation die SCHAM: Viele Menschen schämen sich, dass sie kein Geld haben, versagt haben, in dieser Konsumgesellschaft nicht mithalten können und  sogar dafür, hin und wieder von einem anderen, besseren Leben zu träumen!  SCHAM ist ein mächtiges Gefühl und eins der häufigsten Gründe, warum Menschen sich zurückziehen und nicht ins Handeln kommen.

Wünschetag meint auch:  Sich einen Tag gönnen, wo ich Menschen treffe, denen all diese Gefühle nicht fremd sind, wo ich mich mal nicht verstellen muss, wo ich spielerisch rumspinnen darf, ohne das gleich jemand sagt: Geht’s noch! Was spinnste rum! Das wird doch eh nix. Sieh erst mal zu, dass de an Geld kommst! , wo ich mich an meinen Talenten er-freue, egal, ob ich sie JETZT  und gleich beruflich/geldlich nutzen kann.

Das gibt Mut und Kraft und Zuversicht und Vertrauen in die eigene Selbstmächtigkeit.

Konkret:

a) Wer meint, er oder sie selbst gehört zu dieser Gruppe von Menschen

b) oder jemanden kennt, der/die in dieses Projekt passt,

c) oder noch Anregungen/Ideen/Erfahrungen zu Tauschgeschäften hat,

der/die möge sich telefonisch unter 0521/78 402 79 oder per mail: coaching@maria-ast.de bei mir melden oder diese Info entsprechend weiterleiten.  Mehr Details zum Angebot und zur Anmeldung: siehe http://blog.maria-ast.de/?p=442

“Sobald der Geist auf ein Ziel gerichtet ist, kommt ihm vieles entgegen!” - J.W.von Goethe

Möge es so sein! Herzlichst

Maria Ast

Lebenskunst-BLOG is proudly powered by WordPress