30. Juli 2010

Ich könnte schreiiiiiiiien oder Dritter sein oder Befreie Dich!

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 08:17

Liebe Leserinnnen, liebe Leser,

können Sie sich mal grad die Ohren zuhalten? Ich muss nämlich mal kräftig schreien… aaaaaaaaaaarrrrrrrrrrrrggggggghh. Und schreien muss ich immer, wenn ich mich einem tierischen Frust gegenübersehe, den ich loswerden muss, um nicht vor Wut oder Ohnmacht in die Auslegeware zu beißen und mir grad die 1000 ach so schlauen Verhaltenstipps der, haha, Coaches, Berater und Ratgeberbücher nicht einfallen.

Wobei wir auch schon beim Urgrund wären, der mich - sorry, ich muss es noch mal tun: aaaaaaaaaarrrrrrrrrrgggggghhhh - zum Schreien und hiermit auch zum Schreiben bringt.

Es sind die gefühlten Millionen Newsletter, Ratgeberbücher, Fernsehsendungen, die alle nur in EINE Richtung zielen: bei mir/bei uns können Sie höher, schneller, weiter kommen. Wir verhelfen dir zu Ansehen, Erfolg, Partner, Dauerglück.

Hä, was daran falsch sein soll, höre ich Sie fragen?
Meine Antwort: Alles! Weil es eine einseitige, ein eindimensionale Welt- und Wertesicht ist. Das Leben ist polar! Bewerte ich nur noch den einen Pol als erstrebenswert, dann hat das dramatische Folgen für jeden einzelnen von Ihnen/uns und letztlich für die Gesellschaft allgemein, denn das meint:

Sobald ich mich nur ein Millimeterchen vom Glücks- oder Erfolgs- oder Ach,was ist das Leben schön-Pol entferne, kriege ich das Zittern und Bangen und fühle mich defizitär. Und defizitär meint ja soviel wie:
negativ, suboptimal, nachteilig, unvorteilhaft, mangelbehaftet, fehlerhaft, beschädigt, defekt, , mangelhaft. Ich verweise nur mal auf unsere Nationalelf, die “Dritter sein” als so negativ, suboptimal, mangelhaft empfand, dass sie keinesfalls feiern wollte! Ich könnte schon wieder schreien…

Dieser Dauerquatsch, den wir alle glauben sollen, dass Dauerglück, Dauererfolg, ein Kick nach dem anderen uns glücklich machen könnten und wir nur in diese Richtung blicken sollten! Befreien Sie sich davon, sonst sind SIE dauerunterwegs! Weiß vor Weiß, Glück vor Glück wird eh irgendwann nicht mehr als Weiß oder Glück wahrgenommen. a) hat man/frau sich daran gewöhnt, wie an das neue Auto, die neue Küche oder die Gehaltserhöhung und b) machen erst die Kontraste das Bild und das Leben spannend.

Und was tun wir also? Wir werden trotz Glück, Erfolg, Reichtum aus ,unerfindlichen Gründen´ unzufrieden, nöggeln rum, erschaffen uns also quasi selbst einen ,dunklen Hintergrund´, vor dem das Glück, die Freude, der Erfolg erst wieder als Glück oder Freude oder Erfolg wahrgenommen werden können.

Zurück zu meiner Wut: Wütend bin ich eigentlich, weil viele Menschen beim Wort “Coach” genau solche Chackachacka-Typen im Sinn haben und ich auf Feiern, Messen, Veranstaltungen immer wieder klarstellen muss: zu dieser Art von Coach gehöre ich NICHT und will ich bewusst nicht gehören; Coaching meint für mich NICHT: immerzu schön die Kundinnen/Kunden in Richtung höher, schneller, weiter, zu begleiten, sondern die Akzeptanz zu fördern, das Leben als polar zu begreifen, diese Sichtweise als Bereicherung zu empfinden.

Es geht eher darum, die Spannung zwischen den (Lebens)polen aushalten und meistern zu lernen. Eine Lebensaufgabe, da das Leben uns immer wieder vor andere, neue - leidvolle und glückvolle - Herausforderungen bereit hält.

Ihnen alles zu theoretisch, was ich da formuliert habe? Dann zur Veranschaulichung ein Beispiel aus der Praxis, was es mit der (Neu)Bewertung von Polen auf sich hat:

Beispiel: Herr Icks kommt zu mir, ist leicht depressiv und schüchtern und möchte offener auf Menschen zugehen können, weil er meint, dass er mit seiner sehr verschlossenen Art wohl keine Karriere im Beruf machen und auch keine Partnerin finden wird (es mag zig andere Gründe haben, die lasse ich jetzt einfach mal außen vor).

Um es in Polen auszudrücken: Herr Icks möchte weg vom Pol “Schüchternheit” und hin zum Gegenpol “Offenheit”, dann, so vermutet er, wird er erfolgreicher seine Ziele erreichen.

Kunden sind immer wieder bass erstaunt, wenn ich ihnen sage: Prima, dass Sie schon wissen, wohin Sie wollen (meistens in die Gegenrichtung!!). Dazu kommen wir auch noch.

Es geht mir im ersten Schritt darum, den ,lästigen´ Pol, die meistens verhasste Eigenschaft positiv zu bewerten: dass und was für eine tolle Qualität es z.B. ist, sich zurückhalten zu können, verschlossen zu sein, verschwiegen zu sein, nicht immer in den Mittelpunkt drängen zu müssen etc.

Es geht nicht ums Wegmachen von Etwas, sondern er kriegt was dazu. In seinem Fall den Gegenpol zu Schüchternheit:  Offenheit. Der wird natürlich geübt und trainiert, wie ein Muskel, der bisher nicht gebraucht wurde.  Erst dann hat er tatsächlich die Wahl und kann situativ entscheiden:  mal ist dran - z.B. im Net - sich bedeckt halten zu können und mal ist es dran - z.B., wenn er eine Partnerin sucht - sich auch zu öffnen. (Und das bitte schön auch nicht andauernd, denn wie heißt es so schön: Wer immer offen ist, ist nicht ganz dicht. Und wer will schon einen Partner, der nicht ganz dicht ist!).

Die Erleichterung und das Erstaunen ist immer groß, wenn Kunden verstanden haben, dass das, was sie eigentlich loswerden wollten: hier die Verschwiegenheit, eine völlig andere, nämlich positive Bewertung erhält und sie diesen Teil behalten sollen und dürfen und sie ,nur noch´ die andere Hälfte dazulernen müssen, um tatsächlich ein Ganzes zu erhalten und je nach Kontext und Situation auf BEIDES zurück greifen zu können.

Das mag als Beispiel für kleinere Polaritäten dienen. Die Akzeptanz der großen Pole: Freude und Leid, Handlungsfähigkeit und Ohnmacht, Leben und Tod, Erfolg und Misserfolg, Erster sein und Letzer sein,  um nur einige zu benennen, gehören m.E. genauso zum Ganzsein und zu einem wirklich reichen Leben in all seiner Bandbreite.

Nicht immer leicht, das auszuhalten. Entscheidend ist meine Haltung, die ich habe. Hat Leid, hat Misserfolg, haben dunkle Zeiten darin auch Platz, dann bin ich weniger getrieben, rastlos und unermüdlich den Gegenpol anzustreben - sollten auch noch so viele Coaches, Ratgeberbücher, TV-Sendungen das Gegenteil als Heilsbotschaft verkünden.

23. Dezember 2009

Vorsicht Satire! Schnelltipp Nr. 3 vom Anti-Erfolgscoach: Alles auf einmal!

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — olli @ 20:22

Schnelltipp 3 -  So kommen Sie garantiert granatenschlecht drauf! Es grüßt: Ihr Antierfolgscoach Maria Ast aus Bielefeld

Hier anhören: Schnelltipp No. 3

Auf vielfachen Wunsch den Schnelltipp nun auch noch mal in Schriftform: (Weiterverwendung bitte nur mit Rücksprache oder Angabe der Quelle. Danke schön.)

Tach,

Sie sind selbstständig oder  „Nur”-Hausfrau mit 2 Kindern, Haus, Garten, einem Ehemann oder StudentIn, der/die grad vorm Examen steht oder Rentnerin, die endlich Zeit hat, all ihre Talente und Gaben zu leben? Schön. Dann haben wir was gemeinsam.

ICH bin Coach für Persöööööööönlichkeitsentwicklung. Und: Ich habe viel zu tun.  Ich lese und denke und formuliere und lese und bilde mich fort und lese und habe Newsletter zu schreiben, und Artikel für den Blog und Mailantworten. Und dann noch Flipchartpapier bestellen, Flyer abholen, die kaputte Glühbirne im Büro durch ne neue ersetzen (ich horte grad, nein, ich verrat Ihnen jetzt nicht, wievile - alte Glühbirnen) , kurz, ich bin ein echtes One-Woman-Einfrau-Unternehmen und manage den Laden hardwaremäßig ebenso wie softwaremäßig.

Nun gibt es Zeiten, wo ich das alles als traumhafte Lebendigkeit und Herausforderung begreife,  ähnlich Müttern und Vätern, die zwar viel Arbeit mit den Kindern  haben, aber irgendwie hält sich Input und Output die Waage und mann/frau erfreut sich an der Brut.

Dann gibt es aber Tage, wo scheint’s ALLES zu viel ist, ALLES  über einem zusammen bricht bzw. mann/frau selbst kurz davor ist, zusammen zu brechen.  Hier nun mein Tipp,  der mir persönlich sehr effektiv hilft, diesen Zustand zu verfestigen, zu intensivieren oder gar zu toppen.

Er lautet: Versuchen Sie immer wieder sich einzureden, Sie müssten ! heute!  ALLES! auf einmal erledigen.  Lassen Sie all Ihre Projekte immer und immer wieder wie im Dauerspülgang der Waschmaschine durch Ihr Hirn fließen, bis Ihnen allmählich und ähnlich  wirbelig im Kopf wird,  Ihr Hirn quasi von selbst in den nächsten Gang schalten, bis es im  letzten landet, na, und wie lautet der?? Richtig: es ist der beliebte Schleudergang.

Spätestens da erkennt kein Schwein mehr, welches Wäschestück wo anfängt und endet, alles verschmilzt zu einer homogenen, aber immerhin farbenfrohen Masse.

Wichtig! Stecken Sie viel Energien ins Toben, treten Sie gegen Ihre Gehirnwaschmaschine, fluchen Sie, dass die Technik, das Leben, ach, eigentlich alles sowieso einer überfüllten Waschmaschine gleicht - und dann gehen Sie keinesfalls ins Nebenzimmer und kochen sich einen Tee oder rufen die Freundin an und kotzen sich aus, nein, das wäre völlig kontraproduktiv.

Hetzten Sie einfach weiter durchs Haus und versuchen Sie hektisch, alles anzufangen und nicht zu Ende zu bringen, bis sie abends fix und fertig sind, die Nerven blank liegen, zumal  Ihnen aus Versehen ein paar Projekte durcheinander geraten sind - und das Ergebnis so aussieht, als hätten Sie die neuen pinkfarbenen Söckchen zur 60° Weißwäsche gesteckt.

Gut  funktioniert auch der Tipp, die Maschine trotz leiser mahnender Innenstimme gleich von Anfang an überfüllen. Da geht ab irgendeinem Punkt gar nichts mehr - und Maschine wie Frau wie Arbeit  kommen zum absoluten Stillstand. Hat ja was für sich:   IM Auge des Orkans ist es bekanntlich am ruhigsten…

Leider, leider  kann mann/frau da nicht dauerverharren und leider wird der Orkan mit dem Namen: Things to do morgen umso gnadenloser zuschlagen, zumal man die „verfärbten Wäscheberge” entweder wegschmeißen oder entfärben oder neu einfärben muss.

Sie fühlen sich so richtig schön mies? Dann hat mein Tipp ja prima gewirkt. Und wollen diesen Zustand gerne bis zum Schlafengehen konservieren: Hier und heute deshalb noch einen Gratis-Schnelltipp dazu, wofern Sie nicht allein leben. Er lautet:   So schaffe ich es, innerhalb von 3 bis x Sekunden mich mit meinem Partner/meiner Partnerin zu streiten .

Geht so: Überfallen Sie Ihren Paartner, respektive Paartnerin - sobald er oder sie durch die Eingangstür tritt - mit Ihrem: Es war ein Scheißtag heute und ich bin fix und fertig und hab überhaupt nix gebacken gekriegt und ich weiß sowieso gar nicht, warum ich mir das alles antue und überhaupt, wieso kommst du so spät??  und schauen Sie, was passiert. Könnte sein, dass das Gegenüber ein ähnliches Waschprogramm an irgendeinem anderen beliebigen Ort der Welt durchlaufen hat. Muss ich noch weiter ausführen??

Ja, und nun mal schön vorgestellt: Barack hatte einen Scheißtag: …..

Und Mischelle hatte einen Tag zum in die Tonne treten …nd dito H. Zarkosy  hat sich heute auch gram mal wieder  hpyeratkiv übernommen und trifft auf Madame ….., die völlig fertig vom Damenprogramm ist….

Hachja, es ist doch immer wieder schön, entspannend und beruhigend,  sich vorzustellen: auch andere Menschen haben Alltagsstress, müssen viele Dinge gleichzeitig tun, kämpfen mit der Fülle der „Wäscheberge”, sprich der Anforderungen und Aufgaben - allerdings mit dem feinen Unterschied, dass unsereins nicht noch von der Presse, den Gazetten, der halben Weltbevölkerung zur Rechenschaft gezogen, belächelt oder hämisch und voller Schadenfreude angegafft und kommentiert wird.

Summ… summ… summ….. SO schlecht geht’s mir eigentlich auch wieder nich… Doch, fühl mich schon ein bisschen besser.  Na, dann will ich jetzt mal ne kleine Artikel-Handwäsche zwischendurch einlegen….

Geschäfft! Sehn Se, zumindest dieser Artikel, den Sie grad lesen,  ist fertig geworden!

Dafür liegt die restliche schmutzige Wäsche = noch zu erledigende Projekte, Dinge, To-Does weiterhin irgendwo rum. Egal, Morgen ist auch noch ein Tag und dann geht’s mit neuem Elan an die „Wäscheberge”.

Vorsortieren könnt ich ja schon mal… Vielleicht fällt dabei ja der nächste Tipp: So kommen Sie garantiert granatenschlecht drauf!  für Sie und mich ab. In diesem Sinne: gut-wasch!

Herzlichst

Ihr - Anti-Erfolgs-Coach

Maria Ast

P.S. Ich hasse Weichspüler jeder Art.

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