4. August 2010

Pst… Nur für Frauen: Ich hab’s getan!

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 09:41

Männer, mal weglesen, denn ihr kapiert et sowieso nich, na, vielleicht noch Günther Jauch, der freut sich bei “Wer wird Millonär” ja immer so, wenn er dort jemanden aus seiner Altersklasse sitzen hat, die/der noch weiß, wer Conny Francis  war und “17 Jahr, blondes Haar….” (von Udo Jürgens für die Jüngeren…) tatsächlich bis zum Schlussakkord mitsingen kann und sich mit ihm an Zeiten erinnert, in der man(n) beim BRAVO-Lesen noch rote Ohren bekam. Jaja, die schöne Jugend, sie kommt, sie kommt nicht mehr…. schöhön ist die Jugend, sie kommt nicht mehr…

Ansonsten: Frauen, ich teile Euch mit: Ich habe ES getan!!! Ich habe nach 33 - in Worten: dreiundreißig! - Jahren mein BRIGITTE-Abo gekündigt! Und wegen der langen Treue, bräuchte ich mich an keine Kündigungszeit halten, teilte mir die Dame mit. Es ginge sogar von gleich auf jetzt. Jesses. Einerseits fand ich das gut, andererseits kam mir kurz die Geschichte hoch, wo ein Bekannter  sportlich mit seinem Rennrad ins Reisebüro ging, und frau ihm fröhlich mitteilte: Ach, Sie sind über 60! Da greift ja schon der Seniorentarif!” Mann fühlt da plötzlich, dass mann sich plötzlich sehr alt gefühlt hätte…

Tja und dann, wenn man bzw. frau heute irgendetwas telefonisch kündigt, kommt ja die obligatorische Frage nach dem Warum. Warum wollen Se denn kündigen?

Weil ich nur noch peter gaymanns Die Paar Probleme-Cartoon ansah (Seite 7) , eine Seite umgeblättert die Kolumne von Julia Karnick las und gaaanz hinten nochmal die Kolumne Problemzonen von Ildiko von Kürthy gelesen habe - und auch die ohne-Model-Models immer jünger wurden.

Weildie Rezepte und Themen sich in den 33 Jahren mindestens alle 3 Jahre wiederholt haben.

Weil ich sie gefühlt schon 100 Jahre abonniert habe und sie seit mindestens 15 Jahren schon kündigen wollte…

Uftz, will sagen: es wurde allerhöchste Zeit, dieses süße Jugenderinnerungsband - ratsch - zu kappen und aufrecht in die plus50-Phase des Lebens zu schreiten, wie John Wayne (oder war’s ein anderer?) nach getanem Kampf  in die untergehende Sonne , wo die Weite und Freiheit der Prärie auf ihn wartet.

Jaha, so ähnlich fühle ich mich  grad :-).  Auf zu neuen Horizonten!  sach ich da nur. Können nur weiter werden.

Frauen, ich weiß, ihr versteht mich. Und wenn nich, dann schreibe ich doch noch an Günther Jauch und dann weinen wir gemeinsam den BRIGITTE-Jahren nach und stimmen ein “Schön ist die Juhugend…” zusammen an.

Schönen Tach noch.

30. Juli 2010

Ich könnte schreiiiiiiiien oder Dritter sein oder Befreie Dich!

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 08:17

Liebe Leserinnnen, liebe Leser,

können Sie sich mal grad die Ohren zuhalten? Ich muss nämlich mal kräftig schreien… aaaaaaaaaaarrrrrrrrrrrrggggggghh. Und schreien muss ich immer, wenn ich mich einem tierischen Frust gegenübersehe, den ich loswerden muss, um nicht vor Wut oder Ohnmacht in die Auslegeware zu beißen und mir grad die 1000 ach so schlauen Verhaltenstipps der, haha, Coaches, Berater und Ratgeberbücher nicht einfallen.

Wobei wir auch schon beim Urgrund wären, der mich - sorry, ich muss es noch mal tun: aaaaaaaaaarrrrrrrrrrgggggghhhh - zum Schreien und hiermit auch zum Schreiben bringt.

Es sind die gefühlten Millionen Newsletter, Ratgeberbücher, Fernsehsendungen, die alle nur in EINE Richtung zielen: bei mir/bei uns können Sie höher, schneller, weiter kommen. Wir verhelfen dir zu Ansehen, Erfolg, Partner, Dauerglück.

Hä, was daran falsch sein soll, höre ich Sie fragen?
Meine Antwort: Alles! Weil es eine einseitige, ein eindimensionale Welt- und Wertesicht ist. Das Leben ist polar! Bewerte ich nur noch den einen Pol als erstrebenswert, dann hat das dramatische Folgen für jeden einzelnen von Ihnen/uns und letztlich für die Gesellschaft allgemein, denn das meint:

Sobald ich mich nur ein Millimeterchen vom Glücks- oder Erfolgs- oder Ach,was ist das Leben schön-Pol entferne, kriege ich das Zittern und Bangen und fühle mich defizitär. Und defizitär meint ja soviel wie:
negativ, suboptimal, nachteilig, unvorteilhaft, mangelbehaftet, fehlerhaft, beschädigt, defekt, , mangelhaft. Ich verweise nur mal auf unsere Nationalelf, die “Dritter sein” als so negativ, suboptimal, mangelhaft empfand, dass sie keinesfalls feiern wollte! Ich könnte schon wieder schreien…

Dieser Dauerquatsch, den wir alle glauben sollen, dass Dauerglück, Dauererfolg, ein Kick nach dem anderen uns glücklich machen könnten und wir nur in diese Richtung blicken sollten! Befreien Sie sich davon, sonst sind SIE dauerunterwegs! Weiß vor Weiß, Glück vor Glück wird eh irgendwann nicht mehr als Weiß oder Glück wahrgenommen. a) hat man/frau sich daran gewöhnt, wie an das neue Auto, die neue Küche oder die Gehaltserhöhung und b) machen erst die Kontraste das Bild und das Leben spannend.

Und was tun wir also? Wir werden trotz Glück, Erfolg, Reichtum aus ,unerfindlichen Gründen´ unzufrieden, nöggeln rum, erschaffen uns also quasi selbst einen ,dunklen Hintergrund´, vor dem das Glück, die Freude, der Erfolg erst wieder als Glück oder Freude oder Erfolg wahrgenommen werden können.

Zurück zu meiner Wut: Wütend bin ich eigentlich, weil viele Menschen beim Wort “Coach” genau solche Chackachacka-Typen im Sinn haben und ich auf Feiern, Messen, Veranstaltungen immer wieder klarstellen muss: zu dieser Art von Coach gehöre ich NICHT und will ich bewusst nicht gehören; Coaching meint für mich NICHT: immerzu schön die Kundinnen/Kunden in Richtung höher, schneller, weiter, zu begleiten, sondern die Akzeptanz zu fördern, das Leben als polar zu begreifen, diese Sichtweise als Bereicherung zu empfinden.

Es geht eher darum, die Spannung zwischen den (Lebens)polen aushalten und meistern zu lernen. Eine Lebensaufgabe, da das Leben uns immer wieder vor andere, neue - leidvolle und glückvolle - Herausforderungen bereit hält.

Ihnen alles zu theoretisch, was ich da formuliert habe? Dann zur Veranschaulichung ein Beispiel aus der Praxis, was es mit der (Neu)Bewertung von Polen auf sich hat:

Beispiel: Herr Icks kommt zu mir, ist leicht depressiv und schüchtern und möchte offener auf Menschen zugehen können, weil er meint, dass er mit seiner sehr verschlossenen Art wohl keine Karriere im Beruf machen und auch keine Partnerin finden wird (es mag zig andere Gründe haben, die lasse ich jetzt einfach mal außen vor).

Um es in Polen auszudrücken: Herr Icks möchte weg vom Pol “Schüchternheit” und hin zum Gegenpol “Offenheit”, dann, so vermutet er, wird er erfolgreicher seine Ziele erreichen.

Kunden sind immer wieder bass erstaunt, wenn ich ihnen sage: Prima, dass Sie schon wissen, wohin Sie wollen (meistens in die Gegenrichtung!!). Dazu kommen wir auch noch.

Es geht mir im ersten Schritt darum, den ,lästigen´ Pol, die meistens verhasste Eigenschaft positiv zu bewerten: dass und was für eine tolle Qualität es z.B. ist, sich zurückhalten zu können, verschlossen zu sein, verschwiegen zu sein, nicht immer in den Mittelpunkt drängen zu müssen etc.

Es geht nicht ums Wegmachen von Etwas, sondern er kriegt was dazu. In seinem Fall den Gegenpol zu Schüchternheit:  Offenheit. Der wird natürlich geübt und trainiert, wie ein Muskel, der bisher nicht gebraucht wurde.  Erst dann hat er tatsächlich die Wahl und kann situativ entscheiden:  mal ist dran - z.B. im Net - sich bedeckt halten zu können und mal ist es dran - z.B., wenn er eine Partnerin sucht - sich auch zu öffnen. (Und das bitte schön auch nicht andauernd, denn wie heißt es so schön: Wer immer offen ist, ist nicht ganz dicht. Und wer will schon einen Partner, der nicht ganz dicht ist!).

Die Erleichterung und das Erstaunen ist immer groß, wenn Kunden verstanden haben, dass das, was sie eigentlich loswerden wollten: hier die Verschwiegenheit, eine völlig andere, nämlich positive Bewertung erhält und sie diesen Teil behalten sollen und dürfen und sie ,nur noch´ die andere Hälfte dazulernen müssen, um tatsächlich ein Ganzes zu erhalten und je nach Kontext und Situation auf BEIDES zurück greifen zu können.

Das mag als Beispiel für kleinere Polaritäten dienen. Die Akzeptanz der großen Pole: Freude und Leid, Handlungsfähigkeit und Ohnmacht, Leben und Tod, Erfolg und Misserfolg, Erster sein und Letzer sein,  um nur einige zu benennen, gehören m.E. genauso zum Ganzsein und zu einem wirklich reichen Leben in all seiner Bandbreite.

Nicht immer leicht, das auszuhalten. Entscheidend ist meine Haltung, die ich habe. Hat Leid, hat Misserfolg, haben dunkle Zeiten darin auch Platz, dann bin ich weniger getrieben, rastlos und unermüdlich den Gegenpol anzustreben - sollten auch noch so viele Coaches, Ratgeberbücher, TV-Sendungen das Gegenteil als Heilsbotschaft verkünden.

11. Mai 2010

Dankbarkeit: ein Band oder eine Fessel?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 10:03

“Dankbarkeit ist manchmal ein Band, oft aber eine Fessel.” J.W. von Goethe

Liebe Leserin, lieber Leser,

ICH bin Ihnen ja sooooooo dankbar, dass Sie meinen Newsletter lesen. Und SIE sollten gefälligst dankbar sein, dass ich Sie hier mit News und Tipps und bewusstseins-erweiternden Worten versorge…
Und außerdem meinen ja viele Mütter, Blumenläden, Douglasfilialen, Vertreter von Kirche und Politik, dass Kind doch am Tag X den Müttern danken soll.

Sie merken schon: mit der Dankbarkeit ist das so eine Sache. Geben und erhalten wir sie reinen Herzens, erreicht sie auch unser Herz: wir freuen uns, sind  be-rührt oder auch ge-rührt.
Das gilt sowohl, wenn wir jemandem “Danke schön!” sagen, als auch, wenn jemand uns zurück meldet: “Ich bin dir dankbar!”

Dankbarkeit hat etwas mit Wertschätzung zu tun.  Bemerke ich den Wert, hat etwas Wert für mich, dann fällt es leicht, zu danken. Das geht häufig ganz spontan. Ohne großes Überlegen oder großartiges Hin-und-her-wälzen von Pro und Contraargumenten kommt uns der Dank über die Lippen oder die geschriebenen Worte fließen uns wie von selbst aus der Feder. Das hat etwas Verbindendes, ist ein schönes Band.

Dankbarkeit, die eher einer Fessel gleicht, kennen Sie sicher auch. Das läuft meistens sehr subtil ab. Der andere fordert nicht direkt, sondern schiebt einem gekonnt Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen unter.

- “Ich war doch immer für dich da, Kind…”,
- “Habe ich mich nicht wie blöd für Sie eingesetzt beim Oberboss?”
- “Kannst du nicht wenigstens  EINMAL auch auf mich Rücksicht nehmen?”
-  “‘Du solltest dankbar sein Komma, dass du gesund bist, noch einen (wenn auch krankmachenden) Job hast, Kinder hast, keine Kinder hast, keine Glatze, eine Partnerin usw. usw. Dieser Relativierungs-Rat kommt besonders gut, wenn wir grad keine Ratschläge bräuchten, sondern Mitgefühl.

Sich selber die Fessel anlegen, das geht allerdings auch: ICH möchte auch mal ein Dankeschön hören, grummele Wolchen, Monate, Jahre innerlich rum, statt dem anderen zu signalisieren: Ich finde, ich habe ein Dankeschön verdient.
Wer das nicht kommuniziert, hat gute Chancen auf einen Burnout: Ich gebe noch mehr und mehr und mehr, in der immerwährenden Hoffnung, der Chef, die Kunden, der Partner, die alten Eltern, die Schüler, der liebe Gott werden  eines fernen Tages doch noch erkennen, wie tüchtig, anders, besser, verantwortungsvoll, kümmernd… ich bin.

Es muss gar nicht Böswilligkeit des Gegenübers sein, wenn das Dankeschön ausbleibt. Viel häufiger ist   Gedankenlosigkeit der Grund. Dankbarkeit hat mit Wertschätzung zu tun. Er/sie wertschätzt nicht (mehr), was ich tue. Vielleicht muss ich ihm den Wert tatsächlich mal wieder unter die Nase reiben, gar mit der Faust auf den Tisch des Hauses knallen  oder in gesitteterer Kommunikationsform den anderen klar machen: ich tue etwas, was von Wert für dich bzw. euch ist. Und: das möchte ich wahrgenommen wissen.

Schönstes Ergebnis wäre, dass der andere tatsächlich erkennt: Mensch, hast ja recht. Ich bin dir wirklich von Herzen dankbar. Für SO ein Ergebnis gibt es keine Garantie, aber jedenfalls haben Sie aus Ihrem Herzen  keine Mördergrube gemacht. Auch das befreit und erleichtert.

Welche Erfahrung haben Sie mit der Dankbarkeit gemacht? Fällt es Ihnen leicht zu danken? Können Sie Dank gut annehmen? Wie gehen Sie mit “Dankeinforderern” um? Ist Achtsamkeit Voraussetzung für Dankbarkeit, was meinen Sie?

15. April 2010

Lustlos, lahm und unmotiviert?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 10:09

Sind Sie auch grad unmotiviert, lustlos, lahmen so vor sich hin? Fein. Ich auch.

Ich, Motivationscoach,  will Sie mit diesem Artikel keineswegs flugs ins highly motivated Handeln bringen, nee, das nicht, aber vielleicht fühlen Sie sich nach der Lektüre besser mit einem derartigen Zustand.

Wie das? Ich erinnere eine Geschichte, in der eine unglückliche Freundin Trost bei ihren Freundinnen suchte. Leider wurde sie ob all der gerade gut drauf seienden Frauen noch unglücklicher. Erst als ihr abends eine andere Freundin IHR Leid klagte, ging es ihr besser. Merke:  nicht immer besitzt Mensch grad die Größe und Souveränität, sich am Glück oder Erfolg oder Motivationshoch anderer zu erfreuen, wenn er oder sie grad unten auf Schaukel sitzt…

Ich sitz jedenfalls grad unten auf der Motivationsschaukel. Immerhin: Ich weiß zumindest schon mal, woher diese derzeitige Lustlosigkeit bei mir herrührt: Ich war bis vorgestern 2 ½ Wochen in Urlaub: Buenos Aires - Iguazu-Wasserfälle - Asuncion = Abenteuer, Aufregung, Action und das alles bei wunderbaren 23 bis 26°. Und nun Bielefeld bei 14° (immerhin) und Büro samt gefühlten 2 m Papierbergen  und Balkon, der dringend seinen Winterstatus verlieren dürfte…

1000 ich sollte, ich könnte, ich müsste drängeln sich immer wieder durch meine Gehirnwindungen, appellieren, aktivieren mein schlechtes Gewissen, machen mich mal mehr, mal weniger moralisch feddich -  bisher allerdings völlig erfolglos: ich komme und komme nicht in die Pötte. Mein Blick schaut irgendwie doch schuldbewusst auf die Wäscheberge, den doch immerhin schon fast bis zur Neige ausgeräumten Koffer, ruht auf Reiselektüren- und Büropapierbergen, den Laubhügelchen auf dem Balkon, dem  noch immer halbleeren Kühlschrank - und derweil seufze ich: ach, wat is dat  Leben doch schwer, hach ja…. Eigentlich, siehe oben, könnte, sollte, müsste ich…

Meinte doch gestern jemand: hey, du musst das doch wissen, wie das geht, dich selbst motivieren. Antwort: Ja, weiß ich auch: all die 1000 Kniffs und Tricks und Motivationsstrategien. Will ich aber jetzt nicht auf mich anwenden. Will einfach mal ne Runde rumjammern, dass ich soooooowas von lustlos bin, irgendetwas in Angriff zu nehmen, will mich selbst mal ne Runde - ob was auch immer ??-   bedauern, will nicht in die Falle vieler Coaches, Berater verfallen, IMMER nur lösungs- und zielorientiert mein Leben zu planen. Dieses IMMER stört mich daran schon lange und immer mächtiger.

Mal ist eben dieses dran, mal jenes. Die (Lebens)Kunst liegt m.E. eher darin, herauszufinden, WAS genau von den Alternativen denn dran ist. Und die dann auch beherzt zu leben. Jedenfalls für ne Weile.

Ich jedenfalls weiß für mich: ich gönne mir noch 1, 2 Tage zum Abhängen, Nach-Träumen,  bis die Seele wieder nachgekommen ist. Meistens kommt dann die Motivation, die Dinge des Alltags und Lebens wieder anzugehen, ganz von alleine.

Immerhin: die gestern erstandenen 3 Frühjahrsblüher (noch uneingepflanzt) teilen sich den Balkon schon mal mit der ersten gewaschenen Wäscheladung. Is doch schon mal was für den Anfang…

13. Januar 2010

Lebensgefährlich oder Schmerz lass nach

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 12:30

“Wird’s besser? Wird’s schlimmer?” fragt man alljährlich.

Seien wir ehrlich:

Leben ist immer lebensgefährlich”   - Erich Kästner

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Dazu wollte ich eigentlich einen schönen Neujahrsbeitrag schreiben. Es kam anders:

nach 8 Wochen Sehnenscheidenentzündung (und Schreibverbot…) bin ich Samstag voll auf BEIDE Hände gefallen. AUA……. weitere 8 Wochen Scheib-, Putz-, Sportverbot etc. Nundenn, da kommt nicht nur Freude auf.

Ich warte auf die Lieferung von Dragon, einem Spracherkennungsprogramm. Irgendwie muss es ja möglich sein, auch ohne Fingereinsatz schriftlich zu kommunizieren heutzutage.

Wenn jemand von Ihnen noch eine Tipp hat, der garantiert bei ihm oder ihr gewirkt hat, wenn es um eine Sehnenscheidenentzündung oder ne Handgelenksverstauchung ging, , nur her damit - und sei’s nen netten Witz. Mit Humor ist ja bekanntlich vieles besser zu ertragen.

Ihnen allen: Glück, Gesundheit, Zufriedenheit und wenn’s mal hakt: nicht die Zuversicht verlieren, dass alles besser wird und sich der Sinn irgendwann offenbaren wird. Ich versuche zumindest grad, diese Haltung einzunehmen.

Herzlichst

Maria Ast

27. Juli 2009

Arbeit und Leben: Pflicht oder Kür?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 12:26

Heute las ich in einem Newsletter folgenden Aphorismus - zum Thema ‚Arbeit’ wohlgemerkt.

Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude.

Ich erwachte und sah, das Leben ist Pflicht.

Ich tat meine Pflicht und siehe, das Leben ward Freude.

Rabindranath Tagore, bengalischer Dichter, Philosoph, Maler u. Komponist, 1861 - 1941

Die Aussage löste bei mir sehr zwiespältige Gefühle aus. Viele Menschen tun sehr wohl ihre Pflicht - und das nicht nur in und während der Arbeit und bei weitem stellt sich nicht für alle heraus, dass das Leben unbedingt dadurch freudiger wird.

Daneben erlebe ich häufig die gegenteilige Kategorie, solche, die tatsächlich glauben - und Medien, Ratgeber, Coaches, ja auch die, vermitteln die Botschaft - dass das Leben eine einzige Kür, ein einziges Happening sei und man/frau nur ein wenig sein Verhalten und seine Glaubenssätze ändern müsse - und schwupps, sei alles erreichbar: Arbeits-und Lebensfreude auf Knopfdruck, Erfolg, Gesundheit und immerwährende Glücksgefühle.

Mir ist beides zu kurz gegriffen: Es darf und muss auch neben der Pflicht noch so etwas wie die Kür geben, wozu Erfolg, Freude, Anerkennung, Begeisterung gehören, sonst droht früher oder später der Burnout. (Ganz abgesehen von der Frage, ob es nicht auch ein Recht auf Arbeit gibt….)

Andererseits kann ich nicht erwarten, dass meine Arbeit mir immer und allezeit nur Freude bereitet, Spass ohne Unterlass bringt und ein Tag ohne Selbstverwirklichung ein verlorener Tag ist. Selbst der berühmteste Maler muss irgendwann seine Steuererklärung machen (lassen), sich neue Farbe kaufen oder bestellen, will sagen, sich um Dinge kümmern, die weniger Spaß und direkte Freude bringen, als das Ausleben seiner Kreativität, sprich das Malen seiner oder ihrer Bilder.

Was mich noch stört: Hier wird Leben gleich Pflicht und Pflicht gleich Arbeit und Arbeit gleich Leben gesetzt. Das ist mir zu absolut betrachtet. Leben besteht eben nicht NUR aus Arbeit, sondern auch, wie viele es ja schon kapiert haben, darin, die Balance hinzukriegen zwischen Arbeit, Freizeit, Beziehung, körperlicher und geistiger Ertüchtigung, um das alte Wort mal wieder zu benutzen (statt Fitness).

Letztendlich kommt es wie bei allen Dingen darauf an, das recht Maß für sich selbst zu finden. Wem das gut gelingt, den würde ich schon als Lebenskünstlerin, als Lebenskünstler bezeichnen. Dies allerdings ist, will man/frau Meisterschaft in dieser Disziplin erlangen, eine lebenslange Aufgabe.

Haben Sie Freude daran!

Mit sommerlichen Grüßen

5. Mai 2009

Pole des Lebens oder: Was tun bei Ohnmachtsgefühlen?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 15:55

Geht es Ihnen gut? Passt alles grad in Ihrem Leben? Sind Sie glücklich und zufrieden? Schön. Dann freue ich mich mit Ihnen. Dann genießen Sie diese Phase Ihres Lebens und geben ggf. anderen Menschen ein Stückchen von Ihrem Glück oder Ihrer Zufriedenheit ab.

Da Leben nun mal polar ist und wohl auch bleibt, soll es in diesem Artikel um den Gegenpol zu vorgenannten Glückszuständen gehen.

Es geht um die Themen Leid, Tod, Krankheit, Treuebruch, Ängste, Selbstzweifel, Depressionen. Über ‚so etwas’ sprechen viele Menschen nicht. Nicht mal mit Freunden, geschweige denn am Arbeitsplatz und in Chefetagen sind diese ‚persönlichen Themen’ nahezu tabu:

‚So etwas’ hat man(n) nicht zu haben. Mit so was muss man(n) alleine klar kommen. Es ist irgendwie peinlich. Mann bzw. Frau schämt sich schon fast dafür - und möchte diesen unglückseligen Zustand schnellstens loswerden.

Das ist verständlich, aber leider nicht immer schnellstens möglich: ES = das Leid, die Trauer, die Krankheit, die Ängste kleben an uns wie eine uns dauerumschwirrende Wespe und je heftiger wir uns ihrer zu erwehren suchen, umso aggressiver scheint sie sich auf uns zu stürzen.

Das tiefer liegende Gefühl, das in solchen Situationen häufig entsteht, ist Ohnmacht. Ohnmachtsgefühle sind, wie das Wort schon sagt, mächtige Gefühle. Sie haben etwas mit Macht zu tun; in diesem Fall dem Verlust von Macht und noch expliziter ausgedrückt: dem Verlust der Selbst-Mächtigkeit: Ich fühle mich Mächten und Kräften ausgesetzt, über die ich keine Kontrolle habe, die ich grad und jetzt nicht ändern kann, die etwas mit mir machen, ohne dass ich mein bewusstes Okay dazu gegeben habe.

Selbst-Mächtigkeit - definiert als: ich fühle mich als Mit-GestalterIn meines Lebens - beschert uns ein gutes Selbstwertgefühl. Ohnmacht ein schlechtes.

Ein gutes Selbstwertgefühl gibt uns Selbstvertrauen und Selbstvertrauen ist eine gute Ausgangsbasis, um mit den glücklichen aber auch leidvollen Situationen unseres Lebens klar zu kommen.

Wie kann ich mit Ohnmachtsgefühlen umgehen?

  1. Wenn Ihr Druck gerade sehr groß ist, TUN Sie einen ersten kleinen Schritt Richtung Selbstmächtigkeit. Dieser Schritt soll so klein sein, dass Sie GARANTIERT Erfolg damit haben. Es geht darum, zu erkennen, dass es durchaus Bereiche in Ihrem Leben gibt, die Sie mit-gestalten können.

Beispiele, die Ihnen vielleicht eine Idee geben könnten, was ich damit meine:

- Putzen Sie Ihre Zähne mit der linken statt der rechten Hand (oder umgekehrt).

- Schauen Sie sich einen anderen Fernsehsender an.

- Kaufen Sie eine andere Teesorte als die, die Sie schon seit 20 Jahren kaufen (es gibt zighundert Teesorten allein in jedem Supermarkt)

- Nehmen Sie einen anderen Weg zum Bäcker, Freund, Firma.

- Stehen Sie eine Stunde später auf als gewöhnlich (oder eine Stunde früher, je nachdem, was Ihre Gewohnheiten bricht)

- Atmen Sie zu jeder vollen Stunde 3 x tief durch.

- Setzen Sie sich bewusst einen Zeitrahmen (von 1 Minute bis einer Viertelstunde am Tag), wo Sie sich erlauben, zu heulen, jaulen, jammern, sich selbst zu bedauern, zu toben, zu wüten, zu trauern - was immer für Sie passend sein mag. (Das hat den Vorteil, sich dem Ungeliebten, Ungewollten in voller Breitseite zuzuwenden anstatt es hinten im Nacken zu haben).

- Reparieren Sie etwas, das Sie schon lange reparieren wollten.

- Werfen oder räumen Sie eine Kleinigkeit weg, die Sie schon seit Lichtjahren nervt. Sofort!

- Oder wenden Sie die von mir so beliebte Kopfstandmethode an: Schreiben Sie alles auf, was Sie tun könnten, damit es Ihnen noch schlechter geht.

Es sind nur Ideen. Suchen Sie etwas, was zu Ihnen passt, aber TUN Sie einen ersten kleinen Schritt. Denken Sie daran: Das Gefühl von Selbstmächtigkeit gibt Selbstvertrauen!

2.)

Eine andere Möglichkeit, besteht darin, direkt beim Selbstwertgefühl anzusetzen und sich zu fragen: Was ist förderlich, um wieder ein gutes Selbstwertgefühl zu kriegen?

Hilfreiche Fragen dazu:

- Wo gibt es noch Bereiche, in denen ich durchaus noch mein Leben gestalten kann? (siehe oben selbst ein körperlich fast unbeweglicher Hawkins hat Möglichkeiten gefunden)

- Wie habe ich das eigentlich geschafft, mein Leben bis hierher zu meistern?

- Welche Fähigkeiten haben mir dabei geholfen?

- Welche Personen, Umgebungen, Gedanken sind förderlich? Welche verfestigen eher das Problem, die Situation, die Ohnmachtsgefühle?

- Was kann ich besonders gut?

- Wem könnte ich eine Freude machen? (Der altruistische ‚Trick’ ist alt, mir hat er trotz aller Kritikpunkte, die man dazu haben kann, immer geholfen.)

- Und immer wieder die Frage: WAS kann ich in so einer Situation über mich lernen?

Zusammenfassung:

- Das Leben ist polar. Glück und Leid gehören zum Leben.

- Ohnmacht und Macht sind Gegenpole zwischen denen wir alle uns bewegen.

- Niemand ist immer mächtig! (Das glauben zwar viele und haben Allmachtsphantasien).

- Niemand ist immer und in allen Bereichen seines Lebens ohnmächtig.

(Das glauben auch viele: das sind Menschen, die sich als Daueropfer von Umständen, Prägungen, Situationen empfinden, keinerlei Weg mehr sehen. Sie brauchen häufig professionelle Hilfe, um aus diesem Kreislauf herauszukommen).

- Suchen Sie nach Bereichen, wo Sie - trotz momentaner Eingeschränktheit - eigenmächtig gestalten können. Das gibt das Gefühl von Selbstmächtigkeit und Selbstvertrauen. Beide lassen Ohnmachtsgefühle schmelzen und geben Kraft und Zuversicht, das Leben bewältigen zu können -
in all seiner Polarität und Bandbreite.

„Sobald Du Dir vertraust, sobald weißt Du zu leben.” - J.W.v.Goethe, Faust - Erster Teil

Viel Vertrauen in sich und in den Lebensfluss überhaupt wünsche ich Ihnen!

Geduld - Eine Tugend?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 15:03

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich weiß nicht, wie Sie auf das Wort GEDULD reagieren, ich jedenfalls kriegte aus dem Stand die ersten Jahrzehnte meines Lebens regelmäßig mittlere Tobsuchtsattacken, wenn mir jemand mit diesem Rat kam.

Oder wie reagieren Sie, wenn Sie jemandem Ihre langgehegten Träume, Ziele und Sehnsüchte mitteilen, oder jemandem offenbaren, dass Sie kurz davor sind zu resignieren: je den richtigen Partner, eine befriedigende Arbeitsstelle oder einen mitfühlenden Arzt zu finden und Ihr Gegenüber zuckt mit den Schultern und kommt mit der Super-Antwort um die Ecke: “Da musste halt Geduld haben!”

„Geduld, liebe Seele!” war jedenfalls einer der Lieblingssprüche Erwachsener, der mich durch die Kindheit und Jugend begleitete: immerzu hatte ich das Gefühl, du bist zu schnell und ungeduldig: in deinem Wünschen, Wollen, Haben-Wollen, Lernen-wollen, Wissen-wollen, Tun-wollen.

Zusammengefasst kam bei mir an: Geduld ist was gaaaaanz Tolles und Tugendhaftes  - und Ungeduld ist das Allerletzte, was ich oder ‚man’ nicht haben sollte.

Warum reagieren viele Menschen auf den Rat, Geduld zu haben, allergisch bis aggressiv?

1. )

Weil der Rat häufig die verkappte Botschaft enthält: du sollst keine Gefühle haben oder zeigen. Geduld haben bedeutet aber nicht, dass wir durch den zuweilen zermürbenden Prozess der Veränderung und Zielerreichung gehen, ohne dabei etwas zu empfinden!

Ein Beispiel dazu:

Sie stehen auf dem Bahnsteig und warten auf die Deutsche Bundesbahn.  Da erklingt eine liebliche Stimme, die Ihnen mitteilt: Der Zug nach Irgendwo hat ca. 30 Minuten Verspätung.

Ich glaube, jede und jeder kämpft in diesem Moment mit Gefühlen wie: Frust, Wut, Ärger, Ungeduld.

Die Gefühle sind da und mit denen gilt es umzugehen: das KANN bedeuten, dass ich mir sage: Nundenn, dann muss ich mich halt gedulden. Oder ich gehe mich beschweren. Oder ich kaufe mir ein Brötchen, um mich zu beruhigen oder mir die Warterei erträglicher zu machen.

Da braucht es denn manchmal Geduld (auch mit sich selber), um besser oder anders mit seinen Gefühlen umgehen zu lernen.

2.)

Weil hinter dem Rat “Du musst Geduld haben!” das Wörtchen „immer” mitschwingt, sprich: Du solltest eigentlich immer Geduld haben.

Es geht aber wie so häufig nicht um ein „Entweder…oder”,  nicht um ein „Geduld-ist-gut-und-Ungeduld-ist-generell-schlecht”, sondern darum, flexibel und je nach Situation BEIDES! einsetzen zu können.

Ich finde,  Ungeduld ist durchaus in vielen Fällen angebracht und ein großer Motor, Umstände, Situationen zu verändern, die nicht mehr tragbar sind: sei es im privaten, beruflichen oder politischen Bereich.

Doch Vorsicht! Nicht ins andere Extrem verfallen und nun immer ungeduldig sein und alles gleich und sofort wollen (Langfristig-denken war ja grad nicht „in” bei manchen ungeduligen Bankern und Firmen….) Es geht darum, das rechte Maß zu finden - wie immer, wenn es um Lebenskunst geht.

Ich erlaube mir mal an dieser Stelle Gorbatschows berühmten Ausspruch entsprechend zu ergänzen: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben - wer zu früh kommt auch!

19. November 2008

Selbstbildung - Wozu?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , , — mary @ 14:50

Als Persönlichkeitscoach liegt mir das Thema Persönlichkeitsentwicklung sehr am Herzen. Noch lieber nenne ich es Selbstbildung. Was, bitte schön, werden Sie vielleicht fragen, ist daran so wichtig?

Meine Erfahrung als Coach lautet zusammengefasst: nicht generell mangelnde Bildung, sondern mangelnde Selbstbildung, ist die Ursache von viel privatem und gesellschaftlichem Leid.

Wer nicht weiß, wie er tickt, warum er  oder sie welche (Fehl)Entscheidungen trifft, der handelt häufig nach eingefahrenen und ggf. längst überholten Kindheitsmustern.

Wer nicht weiß, was ihm wichtig und ‚heilig’ ist, der verliert sich in der Unendlichkeit der heutigen Möglichkeiten.

Wer sich nicht als Teil des Ganzen begreift, wer immer noch glaubt, Gut und Böse existierten getrennt voneinander, der greift gerne zu Äußerungen wie: die Achse des Bösen… und projiziert zügig „das Böse“ auf andere. Täglich erlebbar, hörbar im Freundeskreis, im Fernsehen, in der Politik.

Selbstbildung meint: ICH kümmere mich um mich, kenne meine Grenzen, Verantwortlichkeiten, Träume und Wünsche, meine Stärken, Schwächen und Muster. Eben WEIL ich sie kenne und sie nicht diffus durch mein Hirn wabern, habe ich ein Gefühl von Sicherheit in mir.

Wir sehen manchmal Menschen, die Selbst-Sicherheit ausstrahlen, nicht die aufgesetzte, sondern eine natürliche, die aus Selbst-Bewusstsein = sich seiner selbst bewusst sein, entspringt.

Mir fällt immer Kofi Annan dazu ein: für mich strahlt er Selbstsicherheit, Souveränität und Ruhe aus. Alles Eigenschaften, worin ich auch gerne Meisterschaft erlangen würde. Ich arbeite dran! :-)

Selbstbildung, was also ist zusammengefasst das Schöne daran?

Für mich: Freiheit!

Ich glaube, wer sich kennt, folgt nicht den 1000 Prägungen aus Kindheit und Jugend, sondern hat die Wahl und mit der Wahlfreiheit einhergehend das Gefühl von persönlicher Freiheit - für mich und viele ein hoher und anzustrebender Wert.

Rabindranath Tagore hat es poetisch so ausgedrückt:

„ Unsere Taten müssen vor allen Dingen ein Ausdruck der Freiheit sein, sonst gleichen wir Rädern, die sich drehen, weil sie von Außen dazu gezwungen werden.“

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