15. April 2010

Lustlos, lahm und unmotiviert?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 10:09

Sind Sie auch grad unmotiviert, lustlos, lahmen so vor sich hin? Fein. Ich auch.

Ich, Motivationscoach,  will Sie mit diesem Artikel keineswegs flugs ins highly motivated Handeln bringen, nee, das nicht, aber vielleicht fühlen Sie sich nach der Lektüre besser mit einem derartigen Zustand.

Wie das? Ich erinnere eine Geschichte, in der eine unglückliche Freundin Trost bei ihren Freundinnen suchte. Leider wurde sie ob all der gerade gut drauf seienden Frauen noch unglücklicher. Erst als ihr abends eine andere Freundin IHR Leid klagte, ging es ihr besser. Merke:  nicht immer besitzt Mensch grad die Größe und Souveränität, sich am Glück oder Erfolg oder Motivationshoch anderer zu erfreuen, wenn er oder sie grad unten auf Schaukel sitzt…

Ich sitz jedenfalls grad unten auf der Motivationsschaukel. Immerhin: Ich weiß zumindest schon mal, woher diese derzeitige Lustlosigkeit bei mir herrührt: Ich war bis vorgestern 2 ½ Wochen in Urlaub: Buenos Aires - Iguazu-Wasserfälle - Asuncion = Abenteuer, Aufregung, Action und das alles bei wunderbaren 23 bis 26°. Und nun Bielefeld bei 14° (immerhin) und Büro samt gefühlten 2 m Papierbergen  und Balkon, der dringend seinen Winterstatus verlieren dürfte…

1000 ich sollte, ich könnte, ich müsste drängeln sich immer wieder durch meine Gehirnwindungen, appellieren, aktivieren mein schlechtes Gewissen, machen mich mal mehr, mal weniger moralisch feddich -  bisher allerdings völlig erfolglos: ich komme und komme nicht in die Pötte. Mein Blick schaut irgendwie doch schuldbewusst auf die Wäscheberge, den doch immerhin schon fast bis zur Neige ausgeräumten Koffer, ruht auf Reiselektüren- und Büropapierbergen, den Laubhügelchen auf dem Balkon, dem  noch immer halbleeren Kühlschrank - und derweil seufze ich: ach, wat is dat  Leben doch schwer, hach ja…. Eigentlich, siehe oben, könnte, sollte, müsste ich…

Meinte doch gestern jemand: hey, du musst das doch wissen, wie das geht, dich selbst motivieren. Antwort: Ja, weiß ich auch: all die 1000 Kniffs und Tricks und Motivationsstrategien. Will ich aber jetzt nicht auf mich anwenden. Will einfach mal ne Runde rumjammern, dass ich soooooowas von lustlos bin, irgendetwas in Angriff zu nehmen, will mich selbst mal ne Runde - ob was auch immer ??-   bedauern, will nicht in die Falle vieler Coaches, Berater verfallen, IMMER nur lösungs- und zielorientiert mein Leben zu planen. Dieses IMMER stört mich daran schon lange und immer mächtiger.

Mal ist eben dieses dran, mal jenes. Die (Lebens)Kunst liegt m.E. eher darin, herauszufinden, WAS genau von den Alternativen denn dran ist. Und die dann auch beherzt zu leben. Jedenfalls für ne Weile.

Ich jedenfalls weiß für mich: ich gönne mir noch 1, 2 Tage zum Abhängen, Nach-Träumen,  bis die Seele wieder nachgekommen ist. Meistens kommt dann die Motivation, die Dinge des Alltags und Lebens wieder anzugehen, ganz von alleine.

Immerhin: die gestern erstandenen 3 Frühjahrsblüher (noch uneingepflanzt) teilen sich den Balkon schon mal mit der ersten gewaschenen Wäscheladung. Is doch schon mal was für den Anfang…

5. September 2009

Welch Geistes Kind wir sind, offenbaren wir selbst

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 10:06

Hallo, liebe Leserin, lieber Leser,

gerade, wer Foren oder Blogkommentare verfolgt, erlebt ja manchmal echt schräge Sachen. In der Beratungs- und Coachingszene allemal.

Da setzen sich Coachs, Trainer, Berater narzisstisch in Szene, schreiben Erfolgsbibeln, bezeichnen sich (oder lassen sich gerne) als Papst bezeichnen und definieren Erfolg, scheint’s, über die Anzahl der Leser/TeilnehmerInnen  oder an der (öffentlich zur Schau gestellten) Summe ihres Einkommens.

Wen wundert’s, wenn mich das  - schwer katholisch geprägt oder geschädigt, wie ich’s grad sehen will - tatsächlich an das Hierarchie-Denken der Kath. Kirche erinnert, das ich allerdings auch da schlichtweg ablehne: oben, weiiiiiiiiit über einem, steht ein allmächtig-wissender GOTT oder PAPST… und unten sitzen die doofen, armen Schäflein, die dringend einer solchen Führungsperson bedürfen, die ihnen mal grad verkündet (oder sollte ich sagen: verkündigt?), was ihnen zum wahren Glück, wahren Erfolg, wahren Selbstbewusstsein etc.  feht - und alles, weil er/sie uns doch alle soooooooo lieb hat. Haha.

Da frage ich mich - als MOTIV-ationscoach - was für MOTIVE solchen Menschen antreibt. Und ob sich selbige Personen nicht darüber im Klaren sind, was sie auf der Offenbarungsebene (ich sach nur: Johari-Fenster, Blinder Fleck) von sich da eigentlich anderen offenbaren.

Für mich hat Arbeit mit oder Begleiten von Menschen in alleresten Linie was mit der inneren Haltung zu tun. Die enthält wiederum unsere  - bewussten oder unbewussten - Motive und zeigt, wes Geistes (oder Haltungs)Kind wir sind.

Meine Bibelkenntnisse sind begrenzt. Mir fiel grad eine Stelle aus dem Hohen Lied der Liebe ein, die in meiner Privatzusammenfassung in etwa besagt: Es gibt verschiedene Gnadengaben: die der Weisheitsrede, die der Erkenntnisvermittlung, die der Vision, die, heilende Kräft zu haben…

“…wenn ich mit Menschen- ja mit Engelszungen rede, habe aber die Liebe nicht, so bin ich ein tönend Erz oder eine gellende Schelle”, will meinen: kläre als Mensch, der mit Menschen arbeitet, erst mal und eigentlich immer wieder und wieder deine EIGENE Haltung, deine EIGENEN Motive, bevor du andere meinst, belehren, helfen, ‘beglücken’ zu müssen - oder ihnen mit fragwürdigen Heilsversprechungen das Geld aus der Tasche zu ziehn.

Übrgens: mein Motiv, diesen Artikel zu schreiben, war, meine Stimme zu erheben, gegen solche, die meinen DIE Heilsbotschaft schlechthin zu haben. Meinen Kindern habe ich immer - um im Jargon zu bleiben - ‘gepredigt’: Wer schweigt, stimmt zu! Und zustimmen will ich eben solchen selbsternannten Heilsbringern nicht mehr. Punkt.

Maria Ast

11. August 2009

(Schreib)Blockaden und Motivationstiefs überwinden: 2 Frage-Tipps

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 10:08

Liebe Leserin, lieber Leser,

es macht einen Unterschied, ob ich Sie (oder Sie sich oder die Partnerin, den Angestellten etc.) frage:
- Was ist Ihr Problem? Dann berichtet das Gegenüber meistens von seinem/ihrem Problem; oder ich sage:
- Was ist Ihr größtes Hindernis? Dann wird er oder sie von den Hindernissen/Blockaden berichten; den äußeren wie den inneren, wobei innere häufig meint: einengende Glaubenssätze, festzementierte Überzeugungen, unreflektiert übernommene Kindheitsmuster etc. Oder ich frage:
- Wäre denn das Schönste, was passieren könnte? Dann lenke ich das Denken Richtung Lösung und weniger Richtung Problem/Hindernis.

Wer fragt, führt! lautet eine Aussage im Coaching. Coaching besteht u.a. darin, die ‘richtigen’ Fragen zu stellen. Ziel allen Coachings ist es, ein gutes Selbst-Management und Eigenmächtigkeit zu fördern.

Nachfolgend zwei wirksame Fragen, die Sie sich immer wieder selbst stellen können und mit denen sie Sie sozusagen selbst in Führung bringen, wenn es darum geht, Ihre Blockaden und Motivationstalsohlen anzugehen und zu überwinden.

1. Frage-Tipp

Eine schöne Frage, die immer was in Bewegung bringt, wenn es irgendwo stockt und die ich mir letztens angesichts meiner TOTAL-SCHREIBBLOCKADE (mehr zu diesem belämmerten Ausnahmezustand in meinem Lebenskunstblog http://blog.maria-ast.de/?p=230) selber mal wieder gestellt habe, lautet:

Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass nichts schief gehen kann?

Am Beispiel und bezogen auf meine Schreibblockade lauteten die Antworten u.a.:
- einfach drauf los schreiben
- dieses ewige Marketingkopfsieb „du musst so schreiben, dass die LeserInnen einen sofortigen Nutzen erkennen” einfach ignorieren
- Das schreiben, wozu ich Lust habe
- meinem eigenen Stil ver-trauen
- zuversichtlich sein, dass es tatsächlich Menschen gibt, die genau DAS lesen wollen, was und wie ich = Maria schreibe.
- grinsend registrieren, dass ich tatsächlich nicht tot umfallen würde, wenn niemand, niemand, niemand etwas von mir lesen wollen würde.
- Es wäre mir wurscht, ob ich brillant rüberkomme oder nicht, da mir eigentlich klar ist, dass ich eh nie alle erreichen kann.

Worum geht’s dabei?
Es geht darum, den momentan schmalen Denkrahmen oder Denkraum auszuweiiiiiiiiiiiiiiiiten, da man/frau ja meistens begrenzt darin rumkreist wie der Hamster im berühmten Rad.
Es geht darum, überzogene Ängste, Befürchtungen zu erkennen, zu relativieren und die Blockadenmauern zumindest schon mal ansatzweise zu durchlöchern. Häufig bröckeln die Mauern dann ganz von selbst.

(All das meint nicht, dass ich z.B. blauäugig und naiv-gläubig alles Geschriebene in die Welt oder in meinem Fall ins Worldwideweb entlasse, ohne vorher zu checken: will ich wirklich genau DAS der geneigten, aber auch der ungeneigten Öffentlichkeit von mir Preis geben?)

2. Frage-Tipp
Eine zweite Frage (und mein persönliches Lieblingsmodell!), um Blockaden aufzuweichen, anzugehen, aufzulösen lautet:

Was muss ich tun, damit ich garantiert in diesem behämmerten Zustand bleibe?

Also, ich demonstriere das am besten mal an einem Beispiel, das jedem geläufig sein dürfte:

Es gibt ja solche Tage, wo Arbeit und Pflichten zuhauf nach einem schreien, man aber halbgelähmt von was auch immer dasitzt und nix gebacken kriegt. Man kann sich zu gar nichts aufraffen… und die Laune sinkt darob bleiartig wie ein Echolot in den Stimmungskeller. Dann noch 2 Prisen schlechtes Gewissen oben drauf, voilà, der Tag verspricht genauso bescheiden zu enden, wie er angefangen hat.

Auf dieses Thema angewandt, würde die Frage in etwa lauten:
Was muss ich tun, damit ich NICHT in die Pötte komme (und heute Abend garantiert gra-na-ten-schlecht drauf bin)?

Meine - websitetauglichen - Antworten gehen wie folgt:
-gaaaaaaaanz viel Zeit im WWW verbringen
-Diesen Newsletter NICHT geschrieben haben
-Mich über einen blöden Zeitgenossen ärgern, aber zeitintensiv und so richtig….
-Den Papierstapel NICHT um mindestens 10 Blätter reduzieren
-NICHTS Gesundes eingekauft, dafür zwischendurch viel ungesundes Zeug in mich hineingestopft haben.
-Die BRIGITTE lesen, die ich eigentlich schon seit 17 Jahren abbestellen wollte…
-Etc. etc. etc.

Andere Beispiele zu anderen geläufigen Themen gefällig?
Sie wollen abnehmen oder fitter werden oder den Job wechseln oder suchen einen Partner/eine Partnerin, stecken aber grad in der Null-Bock- oder Resignations-Phase, da lauten die Kopfstandfragen dann eben:

Was muss ich tun, um garantiert fett zu bleiben?
Was muss ich tun, um garantiert ein Couchpotato zu bleiben?
Was muss ich tun, um in 10 Jahren immer noch in dieser Stelle festzukleben?
Was muss ich tun, um auch in 3 Ewigkeiten noch als einsamer, unverstandener Wolf - wahlweise: auf den Prinzen harrende Prinzessin - zu enden?

TUN heißt in diesem Fall auch: Was muss ich weiterhin denken oder glauben (über mich oder die böse, böse Welt), um den Status Quo zu erhalten oder gar zu verschlechtern?

Worum geht’s?
Statt sich über die Zielschiene: „Ach-was-wird-das-schön-sein-wenn-ich-mein-Ziel-erreicht-habe zu motivieren, zielt die Kopfstandmethode darauf, rauszufinden, was ich tun/denken muss, um das Ziel garantiert NICHT zu erreichen. Sie ist so eine Art rot-gelbe Karte, die einem signalisiert, dass man/frau dabei ist, sich selbst ein Bein zu stellen.

Mich motiviert das mitunter mehr und eher, wieder ins Handeln zu kommen, als alle wundersamen geschliffenen Zielformulierungen und traumhaft vorgestellten Zielbilder.

ANGEMERKT: Dies sind nur ZWEI Möglichkeiten, wie man/frau Blockaden angehen kann. Es gibt derer noch mehr. Eine weitere finden Sie z.B. in meinem Lebenskunst-Blog unter Wort-Reframing http://blog.maria-ast.de/?p=188.

Und: Ganz wichtig und nicht vergessen!!
Häufig haben Blockaden ja auch durchaus ihre Berechtigung und ihren Sinn, schützen sie uns doch zuverlässig davor, zu viel oder zu früh zu handeln - auch oder gerade, wenn unser Kopf meint, sie seien grad ekelig lästig.

Dann heißt es, tiefer hinzuschauen, was die Ursache dafür sein könnte und welche Botschaft sie uns vermitteln wollen. Da hilft manchmal schon ein Urlaub und/oder ein gutes (Ratgeber)Buch oder das offene Gespräch mit guten Freunden. Wenn das alles nix bringt und Sie anfangen zu leiden oder gar krank zu werden darüber, gilt es, sich professionelle Hilfe zu leisten: sei’s Coaching - was eher ressourcen- und handlungsorientiert ist - oder therapeutische Hilfe - die eher Richtung Analyse und Erkenntnis gehen - um sich oder das Leben wieder in Fluss zu bringen.

Lebenskunst-BLOG is proudly powered by WordPress