11. Mai 2010

Dankbarkeit: ein Band oder eine Fessel?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 10:03

“Dankbarkeit ist manchmal ein Band, oft aber eine Fessel.” J.W. von Goethe

Liebe Leserin, lieber Leser,

ICH bin Ihnen ja sooooooo dankbar, dass Sie meinen Newsletter lesen. Und SIE sollten gefälligst dankbar sein, dass ich Sie hier mit News und Tipps und bewusstseins-erweiternden Worten versorge…
Und außerdem meinen ja viele Mütter, Blumenläden, Douglasfilialen, Vertreter von Kirche und Politik, dass Kind doch am Tag X den Müttern danken soll.

Sie merken schon: mit der Dankbarkeit ist das so eine Sache. Geben und erhalten wir sie reinen Herzens, erreicht sie auch unser Herz: wir freuen uns, sind  be-rührt oder auch ge-rührt.
Das gilt sowohl, wenn wir jemandem “Danke schön!” sagen, als auch, wenn jemand uns zurück meldet: “Ich bin dir dankbar!”

Dankbarkeit hat etwas mit Wertschätzung zu tun.  Bemerke ich den Wert, hat etwas Wert für mich, dann fällt es leicht, zu danken. Das geht häufig ganz spontan. Ohne großes Überlegen oder großartiges Hin-und-her-wälzen von Pro und Contraargumenten kommt uns der Dank über die Lippen oder die geschriebenen Worte fließen uns wie von selbst aus der Feder. Das hat etwas Verbindendes, ist ein schönes Band.

Dankbarkeit, die eher einer Fessel gleicht, kennen Sie sicher auch. Das läuft meistens sehr subtil ab. Der andere fordert nicht direkt, sondern schiebt einem gekonnt Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen unter.

- “Ich war doch immer für dich da, Kind…”,
- “Habe ich mich nicht wie blöd für Sie eingesetzt beim Oberboss?”
- “Kannst du nicht wenigstens  EINMAL auch auf mich Rücksicht nehmen?”
-  “‘Du solltest dankbar sein Komma, dass du gesund bist, noch einen (wenn auch krankmachenden) Job hast, Kinder hast, keine Kinder hast, keine Glatze, eine Partnerin usw. usw. Dieser Relativierungs-Rat kommt besonders gut, wenn wir grad keine Ratschläge bräuchten, sondern Mitgefühl.

Sich selber die Fessel anlegen, das geht allerdings auch: ICH möchte auch mal ein Dankeschön hören, grummele Wolchen, Monate, Jahre innerlich rum, statt dem anderen zu signalisieren: Ich finde, ich habe ein Dankeschön verdient.
Wer das nicht kommuniziert, hat gute Chancen auf einen Burnout: Ich gebe noch mehr und mehr und mehr, in der immerwährenden Hoffnung, der Chef, die Kunden, der Partner, die alten Eltern, die Schüler, der liebe Gott werden  eines fernen Tages doch noch erkennen, wie tüchtig, anders, besser, verantwortungsvoll, kümmernd… ich bin.

Es muss gar nicht Böswilligkeit des Gegenübers sein, wenn das Dankeschön ausbleibt. Viel häufiger ist   Gedankenlosigkeit der Grund. Dankbarkeit hat mit Wertschätzung zu tun. Er/sie wertschätzt nicht (mehr), was ich tue. Vielleicht muss ich ihm den Wert tatsächlich mal wieder unter die Nase reiben, gar mit der Faust auf den Tisch des Hauses knallen  oder in gesitteterer Kommunikationsform den anderen klar machen: ich tue etwas, was von Wert für dich bzw. euch ist. Und: das möchte ich wahrgenommen wissen.

Schönstes Ergebnis wäre, dass der andere tatsächlich erkennt: Mensch, hast ja recht. Ich bin dir wirklich von Herzen dankbar. Für SO ein Ergebnis gibt es keine Garantie, aber jedenfalls haben Sie aus Ihrem Herzen  keine Mördergrube gemacht. Auch das befreit und erleichtert.

Welche Erfahrung haben Sie mit der Dankbarkeit gemacht? Fällt es Ihnen leicht zu danken? Können Sie Dank gut annehmen? Wie gehen Sie mit “Dankeinforderern” um? Ist Achtsamkeit Voraussetzung für Dankbarkeit, was meinen Sie?

15. April 2010

Lustlos, lahm und unmotiviert?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 10:09

Sind Sie auch grad unmotiviert, lustlos, lahmen so vor sich hin? Fein. Ich auch.

Ich, Motivationscoach,  will Sie mit diesem Artikel keineswegs flugs ins highly motivated Handeln bringen, nee, das nicht, aber vielleicht fühlen Sie sich nach der Lektüre besser mit einem derartigen Zustand.

Wie das? Ich erinnere eine Geschichte, in der eine unglückliche Freundin Trost bei ihren Freundinnen suchte. Leider wurde sie ob all der gerade gut drauf seienden Frauen noch unglücklicher. Erst als ihr abends eine andere Freundin IHR Leid klagte, ging es ihr besser. Merke:  nicht immer besitzt Mensch grad die Größe und Souveränität, sich am Glück oder Erfolg oder Motivationshoch anderer zu erfreuen, wenn er oder sie grad unten auf Schaukel sitzt…

Ich sitz jedenfalls grad unten auf der Motivationsschaukel. Immerhin: Ich weiß zumindest schon mal, woher diese derzeitige Lustlosigkeit bei mir herrührt: Ich war bis vorgestern 2 ½ Wochen in Urlaub: Buenos Aires - Iguazu-Wasserfälle - Asuncion = Abenteuer, Aufregung, Action und das alles bei wunderbaren 23 bis 26°. Und nun Bielefeld bei 14° (immerhin) und Büro samt gefühlten 2 m Papierbergen  und Balkon, der dringend seinen Winterstatus verlieren dürfte…

1000 ich sollte, ich könnte, ich müsste drängeln sich immer wieder durch meine Gehirnwindungen, appellieren, aktivieren mein schlechtes Gewissen, machen mich mal mehr, mal weniger moralisch feddich -  bisher allerdings völlig erfolglos: ich komme und komme nicht in die Pötte. Mein Blick schaut irgendwie doch schuldbewusst auf die Wäscheberge, den doch immerhin schon fast bis zur Neige ausgeräumten Koffer, ruht auf Reiselektüren- und Büropapierbergen, den Laubhügelchen auf dem Balkon, dem  noch immer halbleeren Kühlschrank - und derweil seufze ich: ach, wat is dat  Leben doch schwer, hach ja…. Eigentlich, siehe oben, könnte, sollte, müsste ich…

Meinte doch gestern jemand: hey, du musst das doch wissen, wie das geht, dich selbst motivieren. Antwort: Ja, weiß ich auch: all die 1000 Kniffs und Tricks und Motivationsstrategien. Will ich aber jetzt nicht auf mich anwenden. Will einfach mal ne Runde rumjammern, dass ich soooooowas von lustlos bin, irgendetwas in Angriff zu nehmen, will mich selbst mal ne Runde - ob was auch immer ??-   bedauern, will nicht in die Falle vieler Coaches, Berater verfallen, IMMER nur lösungs- und zielorientiert mein Leben zu planen. Dieses IMMER stört mich daran schon lange und immer mächtiger.

Mal ist eben dieses dran, mal jenes. Die (Lebens)Kunst liegt m.E. eher darin, herauszufinden, WAS genau von den Alternativen denn dran ist. Und die dann auch beherzt zu leben. Jedenfalls für ne Weile.

Ich jedenfalls weiß für mich: ich gönne mir noch 1, 2 Tage zum Abhängen, Nach-Träumen,  bis die Seele wieder nachgekommen ist. Meistens kommt dann die Motivation, die Dinge des Alltags und Lebens wieder anzugehen, ganz von alleine.

Immerhin: die gestern erstandenen 3 Frühjahrsblüher (noch uneingepflanzt) teilen sich den Balkon schon mal mit der ersten gewaschenen Wäscheladung. Is doch schon mal was für den Anfang…

22. Februar 2010

Von Schneewintern und der Mär vom Konsumglück

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 09:18

Sind Sie gut durch den Winter gekommen? Wie haben Sie sie rumgebracht, diese doch mittlerweile außergewöhnliche Schneezeit? Fanden Sie sie gut oder schlecht?

Vielleicht ging es Ihnen ähnlich wie vielen anderen: zuerst fanden wir den Schnee superspannend, stapften begeistert durch die weiße Winterlandschaft, ließen Kindheitswinter an unserem geistigen Auge vorbeiziehen, sprich, wir erfreuten uns an der weißen Pracht.

Ab einem gewissen Zeitpunkt schien die Stimmung allerdings zu kippen: wir hätten auch gut drauf verzichten können, auf das Schneeschippen, die Kälte, das Gerutsche auf den Straßen.

Was war passiert? Wir hatten uns an den Schnee gewöhnt. Das Außergewöhnliche war gewöhnlich bis lästig geworden und unsere Euphorie und Begeisterung und Neugier schmolz wie Schnee in der Sonne.

Ich möchte Sie einladen, sich drei Minuten Zeit zu nehmen und sich zu erinnern:

1. Denken Sie an eine Situation, wo Sie etwas für Sie Schönes und Neues erworben haben.

Das kann ein lange ersehntes Sofa oder Auto oder Küche oder Schuhe sein. Suchen Sie nach etwas, was IHNEN lieb und wichtig war, ggf. etwas, worauf Sie sogar lange gespart haben.

2, Erinnern Sie sich an die Zeit VOR dem Kauf: haben Sie sich informiert oder mit Freunden diskutiert, z.B. welches Auto oder welcher Laptop wohl das oder der richtige für Sie sei. Welche Erinnerungen, welche Bilder stellen sich dazu ein?

3. Dann erinnern Sie sich bitte genau an den Zeitpunkt, als Sie das Sofa, das Auto, den Laptop….gekauft haben und es Ihrs war.

Steigen Sie noch mal in die Situation dort ein und lassen Sie die Bilder Revue passieren: wo genau waren Sie da? Mit wem waren Sie  ggf. zusammen? Welches Gefühl macht sich breit?

Ich erinnere mich z.B. noch ganz genau an das Gefühl, das ich hatte, als ich auf meine neue Küche sah: wow :-)  Ebenso erging es mir, als ich meinen ersten Laptop unter dem Arm hatte aus einem Geschäft spazierte.

4. Dann gehen Sie im Geiste 1, 2 Wochen, Monate oder Jahre weiter - und fühlen noch mal nach, ob das Gefühl zu dem erworbenen Teil immer noch so jungfräulich euphorisch und stolz und begeistert war/ist?!

Wahrscheinlich nicht. Wir haben uns an die Dinge gewöhnt wie an den Schnee in diesem Winter und irgendwann war der Glanz und der Lack des Neuen auch da ab.

Warum ich Sie zu dieser kleinen Übung eingeladen habe?

Weil der schmelzende Schnee und die 7 Zeitungsbeilagen mit Dauerglücksverheißungen mich heute morgen daran erinnert haben, mir - und vielleicht auch Ihnen -  immer wieder ins Bewusstsein zu rufen:

-    Jedes Streben nach Dauerglück, Dauererfolg, Dauerleidenschaft ist zwangsläufig früher oder später zum Niedergang verurteilt, weil wir uns auch daran gewöhnen - und uns nach Neuem und UnGewöhnlichem sehnen. Mißtrauen Sie also den Ewig-Glück-verheißenden Gurus und Botschaften. Das Leben ist und bleibt polar - und auch daraus bezieht es seine Glücksmomente.

- . Nicht der Besitz von Etwas macht glücklich, sondern lediglich der Augenblick des Erwerbs. Vielleicht bewahrt dieses Wissen einen ja davor, den vierundzwanzigsten Ostereierbecher oder den vermeintlich noch besseren Flachbildschirm zu kaufen….

Herzlichst für heute<-->

19. Februar 2010

Dick und selbstbewusst: geht doch!

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 23:49

Liebe Leserinnen,

unbedingt angucken, wenn Sie Probleme mit Dicksein, Dickfühlen, Selbstwertzweifeln haben und auch sonst und sowieso und an sich macht der Film Mut, sich oder etwas oder gar beides zu verändern.

Doris Dörrie - Die Friseusin - Ausschnitt aus dem Youtube Trailer

Gewichtsprobleme und die daraus erwachsenden Selbstvorwürfe, Selbstzweifel, Selbstbewusstseinseinbußen, welch Frau - und zunehmend welcher Mann - kennt sie nicht (oder lässt sie sich von dieser oder jener Industrie einreden). Irgendwann habe ich beschlossen, anders mit dem Thema umzugehen und MEIN Wohlfühlgewicht selber und selbstbestimmt festzulegen - und das Leben zu genießen. Dazu passt der Film wunderbar, ebenso zu Maja Storch und ihrem Mein ICH Gewicht, deren Ansatz ich in meinen ICH-Gewichts-Kursen vermittle Mehr dazu unter:  http://www.maria-ast.de/ich-gewicht.php

Viel Spaß beim Anschauen!

Sonnige Grüße

9. Oktober 2009

Gedankenflut - Gedankenstopp

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, — mary @ 10:57

„Ich wünschte, ich könnte meine Gedanken abstellen!” Die meisten von uns haben diesen Satz sicher schon gesagt oder von jemand anderem gehört. Eine Gedankenflut , eine Art nicht erwünschtes Brainstorming strömt und stürmt durch unser Gehirn. Die Gründe dafür sind vielfältig, und die erlaube ich mir an dieser Stelle einfach außen vor zu lassen.

Wir wünschen uns, dass mal Ebbe wäre mit unserem Gedenke, um zur Ruhe zu kommen.

Beten, meditieren, eine Entspannungskassette hören. All das mag bei vielen wirken, bei mir wirkt es im aktuellen Flut-Stadium so wenig wie ein Wagenheber, den ich nicht dabei habe, obwohl mein Auto grad 2 Platte hat.

Letzte Woche entdeckte ich - gegen Mitternacht - eine für mich eine äußerst wirksame Methode, und zwar als ich ein Buch von Wilhelm Genazino las. Bevor ich Ihnen diese verrate - Spannung muss sein, lernt frau spätestens beim 3. Marketingbuch - erst mal ein paar schnell umsetzbare und gängigere Erste-Hilfe-Tipps:

1.) Die bekannteste Methode ist der Gedankenstopp. Wenn’s mal wieder zu doll im Gehirn tobt, sagen Sie das schlichte Wörtchen STOPP! Ggf. auch 3 oder 99 mal.

2.) Noch besser funktioniert die Methode m.E., wenn Sie sich in der dritten Person ansprechen: STOPP, Eva, Erika, Simone. STOPP, Peter, Bernd, Alfred! (Setzen Sie Ihren Namen ein.) Das gibt zusätzlich Abstand. Sie betrachten sich dann einen Moment wie von außen. Das wiederum ist eine gute Ausgangsbasis für Tipp

3.) Wer sich von außen betrachtet, hat Distanz zu sich und kann mit sich selbst ins Gespräch kommen. Reden Sie sich gut zu. Auch in der 3. Person: Das schaffst du schon, Rolf! Ach, komm, Mädchen, das hast du das letzte Mal auch geschafft. Eigentlich weißt du doch: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!. Wird schon! - Hört sich vielleicht platt an, dennoch: Hier greifen tatsächlich Volksweisheiten, so oder weil einem grad nix Eigenes Aufbauendes einfällt.

4.) Verändern Sie Ihre Körperhaltung: Stehen Sie auf, wenn Sie grad liegen. Legen Sie sich hin, wenn Sie grad stehen. Persönlicher Tipp: Knien Sie sich hin. Ich kann Ihnen versichern, wenn Sie nicht grad katholisch aufgewachsen sind wie ich, dass das ein ungewöhnliches Gefühl für Sie sein wird. Veränderte Gefühle führen zwangsläufig zu anderen Gedanken. Ein „Trick”, mit dem viele Körpertherapeuten arbeiten.

Nun zu meiner Neuentdeckung im Umgang mit unerwünschten Gedankenstürmen, die mich gleich zu diesem Newsletterartikel inspiriert hat und den ich nun mit Ihnen teilen möchte, weil er so genial und schnell und überall einsetzbar bei mir wirkt:

5. Versuchen Sie, die Dinge, die Sie grad sehen oder hören, so exakt wie möglich zu beschreiben. (Gefühle beschreiben geht auch. Ist dann schon was für Fortgeschrittene.)

Also, z.B. sitze ich ja grad am Laptop hier. Der steht auf einem Schreibtisch im Erkerfenster. Das Fenster ist braun. Die Fensterbank heller Marmor. Darauf 3 unterschiedliche große Steine: 1 schwarzer, 2 hellere. Daneben ein kantiges, durchsichtiges Stück Alabaster, dazwischen 2 hohe, schlanke Blumenvasen aus Glas mit hellblauen Streifen, eine trägt eine weißpinke Lilie. Im Hintergrund: hellgrauer Nebel über Häusern und Bäumen und ein Ahornbaum mit dunkelgrünen Blättern, auf deren Enden Tautropfen hängen…

(Die Zustandsbeschreibung meines Schreibtisches offenbare ich Ihnen jetzt mal nicht.)

Der Effekt ist verblüffend: Sämtliche Gedanken sind auf das Beschreiben fokussiert. ICH finde das superentspannend. (Zudem hat diese Übung einen enormen Nebeneffekt: wir lernen, Beschreibung von unseren subjetiv-gefärbten Interpretationen und Bewertungen zu trennen.)

Fangen Sie am besten gleich mit Üben an und etwas zu beschreiben gibt es überall: im Büro den Schreibtisch oder was XY heute trägt, beim Spazierengehen die Landschaft, die Bäume, die Straße, selbst auf dem Klo kann man die Kacheln und das Deko beschreiben.

Üben ist wichtig, denn, merke: Auch der beste Wagenheber nutzt nichts, wenn du im entscheidenden Augenblick nicht damit umgehen kannst.

Und noch ein Hinweis fürs Üben und den Ernstfall: Vergessen Sie alle richtig-und-falsch-Kriterien, die Ihr ehemaliger Deutschlehrer für Beschreibungen ansetzen würde. Es soll Sie entlasten. Das ist der Sinn an dieser Stelle.

Nun sind da beileibe ja sicher nicht alle Methoden, um einen Gedankenstopp hinzukriegen.

Kennen Sie welche, die Ihnen helfen? Welche Maßnahmen wirken bei Ihnen am besten, schnellsten, entlastendsten? Wenn Sie mögen, teilen Sie es mir und anderen hier mit.

11. August 2009

(Schreib)Blockaden und Motivationstiefs überwinden: 2 Frage-Tipps

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 10:08

Liebe Leserin, lieber Leser,

es macht einen Unterschied, ob ich Sie (oder Sie sich oder die Partnerin, den Angestellten etc.) frage:
- Was ist Ihr Problem? Dann berichtet das Gegenüber meistens von seinem/ihrem Problem; oder ich sage:
- Was ist Ihr größtes Hindernis? Dann wird er oder sie von den Hindernissen/Blockaden berichten; den äußeren wie den inneren, wobei innere häufig meint: einengende Glaubenssätze, festzementierte Überzeugungen, unreflektiert übernommene Kindheitsmuster etc. Oder ich frage:
- Wäre denn das Schönste, was passieren könnte? Dann lenke ich das Denken Richtung Lösung und weniger Richtung Problem/Hindernis.

Wer fragt, führt! lautet eine Aussage im Coaching. Coaching besteht u.a. darin, die ‘richtigen’ Fragen zu stellen. Ziel allen Coachings ist es, ein gutes Selbst-Management und Eigenmächtigkeit zu fördern.

Nachfolgend zwei wirksame Fragen, die Sie sich immer wieder selbst stellen können und mit denen sie Sie sozusagen selbst in Führung bringen, wenn es darum geht, Ihre Blockaden und Motivationstalsohlen anzugehen und zu überwinden.

1. Frage-Tipp

Eine schöne Frage, die immer was in Bewegung bringt, wenn es irgendwo stockt und die ich mir letztens angesichts meiner TOTAL-SCHREIBBLOCKADE (mehr zu diesem belämmerten Ausnahmezustand in meinem Lebenskunstblog http://blog.maria-ast.de/?p=230) selber mal wieder gestellt habe, lautet:

Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass nichts schief gehen kann?

Am Beispiel und bezogen auf meine Schreibblockade lauteten die Antworten u.a.:
- einfach drauf los schreiben
- dieses ewige Marketingkopfsieb „du musst so schreiben, dass die LeserInnen einen sofortigen Nutzen erkennen” einfach ignorieren
- Das schreiben, wozu ich Lust habe
- meinem eigenen Stil ver-trauen
- zuversichtlich sein, dass es tatsächlich Menschen gibt, die genau DAS lesen wollen, was und wie ich = Maria schreibe.
- grinsend registrieren, dass ich tatsächlich nicht tot umfallen würde, wenn niemand, niemand, niemand etwas von mir lesen wollen würde.
- Es wäre mir wurscht, ob ich brillant rüberkomme oder nicht, da mir eigentlich klar ist, dass ich eh nie alle erreichen kann.

Worum geht’s dabei?
Es geht darum, den momentan schmalen Denkrahmen oder Denkraum auszuweiiiiiiiiiiiiiiiiten, da man/frau ja meistens begrenzt darin rumkreist wie der Hamster im berühmten Rad.
Es geht darum, überzogene Ängste, Befürchtungen zu erkennen, zu relativieren und die Blockadenmauern zumindest schon mal ansatzweise zu durchlöchern. Häufig bröckeln die Mauern dann ganz von selbst.

(All das meint nicht, dass ich z.B. blauäugig und naiv-gläubig alles Geschriebene in die Welt oder in meinem Fall ins Worldwideweb entlasse, ohne vorher zu checken: will ich wirklich genau DAS der geneigten, aber auch der ungeneigten Öffentlichkeit von mir Preis geben?)

2. Frage-Tipp
Eine zweite Frage (und mein persönliches Lieblingsmodell!), um Blockaden aufzuweichen, anzugehen, aufzulösen lautet:

Was muss ich tun, damit ich garantiert in diesem behämmerten Zustand bleibe?

Also, ich demonstriere das am besten mal an einem Beispiel, das jedem geläufig sein dürfte:

Es gibt ja solche Tage, wo Arbeit und Pflichten zuhauf nach einem schreien, man aber halbgelähmt von was auch immer dasitzt und nix gebacken kriegt. Man kann sich zu gar nichts aufraffen… und die Laune sinkt darob bleiartig wie ein Echolot in den Stimmungskeller. Dann noch 2 Prisen schlechtes Gewissen oben drauf, voilà, der Tag verspricht genauso bescheiden zu enden, wie er angefangen hat.

Auf dieses Thema angewandt, würde die Frage in etwa lauten:
Was muss ich tun, damit ich NICHT in die Pötte komme (und heute Abend garantiert gra-na-ten-schlecht drauf bin)?

Meine - websitetauglichen - Antworten gehen wie folgt:
-gaaaaaaaanz viel Zeit im WWW verbringen
-Diesen Newsletter NICHT geschrieben haben
-Mich über einen blöden Zeitgenossen ärgern, aber zeitintensiv und so richtig….
-Den Papierstapel NICHT um mindestens 10 Blätter reduzieren
-NICHTS Gesundes eingekauft, dafür zwischendurch viel ungesundes Zeug in mich hineingestopft haben.
-Die BRIGITTE lesen, die ich eigentlich schon seit 17 Jahren abbestellen wollte…
-Etc. etc. etc.

Andere Beispiele zu anderen geläufigen Themen gefällig?
Sie wollen abnehmen oder fitter werden oder den Job wechseln oder suchen einen Partner/eine Partnerin, stecken aber grad in der Null-Bock- oder Resignations-Phase, da lauten die Kopfstandfragen dann eben:

Was muss ich tun, um garantiert fett zu bleiben?
Was muss ich tun, um garantiert ein Couchpotato zu bleiben?
Was muss ich tun, um in 10 Jahren immer noch in dieser Stelle festzukleben?
Was muss ich tun, um auch in 3 Ewigkeiten noch als einsamer, unverstandener Wolf - wahlweise: auf den Prinzen harrende Prinzessin - zu enden?

TUN heißt in diesem Fall auch: Was muss ich weiterhin denken oder glauben (über mich oder die böse, böse Welt), um den Status Quo zu erhalten oder gar zu verschlechtern?

Worum geht’s?
Statt sich über die Zielschiene: „Ach-was-wird-das-schön-sein-wenn-ich-mein-Ziel-erreicht-habe zu motivieren, zielt die Kopfstandmethode darauf, rauszufinden, was ich tun/denken muss, um das Ziel garantiert NICHT zu erreichen. Sie ist so eine Art rot-gelbe Karte, die einem signalisiert, dass man/frau dabei ist, sich selbst ein Bein zu stellen.

Mich motiviert das mitunter mehr und eher, wieder ins Handeln zu kommen, als alle wundersamen geschliffenen Zielformulierungen und traumhaft vorgestellten Zielbilder.

ANGEMERKT: Dies sind nur ZWEI Möglichkeiten, wie man/frau Blockaden angehen kann. Es gibt derer noch mehr. Eine weitere finden Sie z.B. in meinem Lebenskunst-Blog unter Wort-Reframing http://blog.maria-ast.de/?p=188.

Und: Ganz wichtig und nicht vergessen!!
Häufig haben Blockaden ja auch durchaus ihre Berechtigung und ihren Sinn, schützen sie uns doch zuverlässig davor, zu viel oder zu früh zu handeln - auch oder gerade, wenn unser Kopf meint, sie seien grad ekelig lästig.

Dann heißt es, tiefer hinzuschauen, was die Ursache dafür sein könnte und welche Botschaft sie uns vermitteln wollen. Da hilft manchmal schon ein Urlaub und/oder ein gutes (Ratgeber)Buch oder das offene Gespräch mit guten Freunden. Wenn das alles nix bringt und Sie anfangen zu leiden oder gar krank zu werden darüber, gilt es, sich professionelle Hilfe zu leisten: sei’s Coaching - was eher ressourcen- und handlungsorientiert ist - oder therapeutische Hilfe - die eher Richtung Analyse und Erkenntnis gehen - um sich oder das Leben wieder in Fluss zu bringen.

2. Juni 2009

Kleiner Wutabgesang auf den Perfektionismus

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , — mary @ 09:19

Hier auf vielfachen Wunsch meinen Neujahrs-Newsletterartikel zum Thema Perfektionismus noch mal in meinen Blog gestellt.

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich weiß nicht wie es Ihnen geht: Ich bin es leid. Es steht mir bis zum Hals und kriege SO einen Hals, sprich meine Emotionalität schlägt an wie ein Hund, der einen Hasen wittert - weil auch dieser Artikel, über den ich just berichten wollte - haha, wie passend - fast dem Fallbeil des Anspruchs geopfert worden wäre: Ich spreche vom (übertriebenen) Perfektionismus, vom Perfekt-sein-wollen- oder müssen oder meinen müssen zu sein - immer und um jeden Preis.

Ich habe nichts gegen Perfektheit an sich: ich liebe ein Auto, das perfekt anspringt, auch mein Telefon und mein Laptop sollen, bitt schön, perfekt funktionieren, und selbst bei der Bahn hege ich immer noch halbwegs den Anspruch, sie möge sich perfekt an ihren Fahrplan halten (auch das eine Illusion, wie wir wissen).

Was mich massiv stört bis mittelprächtig in Rage bringt, ist die Tatsache, dass Werbung, Medien, Ratgeberbücher und sogenannte Experten uns täglich bombardieren mit der immer selben Botschaft: Trage die perfekte Frisur; fahr das perfekte Auto; such dir den perfekten Job - oder den perfekten Mitarbeiter; finde den perfekt zu dir passenden Partner; suche dir ein perfektes Urlaubsziel mit perfektem Wetter und perfekten Menschen und garantiert perfektem Wellnessfaktor (und kauf die entsprechenden Proudkte) sonst, ja sonst hast du eh keine Chance, glücklich zu werden.

Und speziell an und auf Selbständige, Existenzgründer, Anbieter, Querdenker bezogen: erst, wenn du die perfekte Website, Blog, Flyer, Programm etc. hast, dann, und dann erst kannst du dich überhaupt auf den Markt trauen und Erfolg haben.

Diese Wenn…dann-Botschaft zu übernehmen, ist m.E. höchst hinderlich und kontraproduktiv - sowohl für unser Lebensglück wie für den Business-Erfolg.

Die einen treibt sie zu immer mehr und größeren Anstrengungen. Das sind die, die irgendwann erschöpft und ausgelaugt im Burnoutstadium landen, weil sie einem (erlernten oder vorgebeteten) Perfektionismus hinterher rennen, der unerreichbar ist, ähnlich dem armen Esel, der verzweifelt versucht, die vor ihm am Haken bammelnde Möhre zu erreichen.

Die anderen dagegen erlahmen völlig: sie können sich zu gar nichts aufraffen, begraben ihre Pläne, Träume, Ideen in irgendeiner Seelenkammer, weil sie tatsächlich glauben, sie müssten, dürften der Welt entweder Perfektes bieten - oder ansonst eben gar nichts.

In der dritten Variante - die noch ‚perfekter’ greift - war ich lange zu Hause: ich beherrschte oder eher MICH beherrschten gleich beide Varianten: mal überschlug ich mich, mal kriegte ich gar nichts mehr gebacken.

Wie dem Ganzen entrinnen? Erstes Gebot: es sich selbst bewusst machen, dass man in einer Falle steckt. Danach: aufmerksam werden und bleiben, um frühzeitig gegensteuern zu können. Und drittens: seine innere Haltung zum Perfektheitsanspruch ändern. Und nicht zuletzt: entziehen Sie sich dem Werbebombardement und den selbsternannten Experten, die vorgeben, genau zu wissen, wie SIE zu Ihrem beruflichen oder persönlichen Glück kommen.

Meisterschaft, Exzellenz: Ja. Aber Perfektionismus als Maxime und Garant für Glück und Erfolg: Nein. Ich jedenfalls habe mir für dieses Jahr den Leitspruch auf die Fahne geschrieben: „Das Perfekte ist der Feind des Guten”, denn häufig ist gut, gut genug. Das gilt für Newsletter-Artikel schreiben J ebenso wie für die Website, die Bewerbung, die Ordnung , das Beileidsschreiben, den Partner und das Lebensgefühl generell.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen kein perfektes Jahr, aber ein kleines, feines und vor allen Dingen gutes Jahr 2009, das Sie die guten Dinge erkennen, wertschätzen und genießen lässt.

Herzlichst

Maria Ast

19. November 2008

Selbstbildung - Wozu?

Abgelegt unter: Allgemein — Tags:, , , — mary @ 14:50

Als Persönlichkeitscoach liegt mir das Thema Persönlichkeitsentwicklung sehr am Herzen. Noch lieber nenne ich es Selbstbildung. Was, bitte schön, werden Sie vielleicht fragen, ist daran so wichtig?

Meine Erfahrung als Coach lautet zusammengefasst: nicht generell mangelnde Bildung, sondern mangelnde Selbstbildung, ist die Ursache von viel privatem und gesellschaftlichem Leid.

Wer nicht weiß, wie er tickt, warum er  oder sie welche (Fehl)Entscheidungen trifft, der handelt häufig nach eingefahrenen und ggf. längst überholten Kindheitsmustern.

Wer nicht weiß, was ihm wichtig und ‚heilig’ ist, der verliert sich in der Unendlichkeit der heutigen Möglichkeiten.

Wer sich nicht als Teil des Ganzen begreift, wer immer noch glaubt, Gut und Böse existierten getrennt voneinander, der greift gerne zu Äußerungen wie: die Achse des Bösen… und projiziert zügig „das Böse“ auf andere. Täglich erlebbar, hörbar im Freundeskreis, im Fernsehen, in der Politik.

Selbstbildung meint: ICH kümmere mich um mich, kenne meine Grenzen, Verantwortlichkeiten, Träume und Wünsche, meine Stärken, Schwächen und Muster. Eben WEIL ich sie kenne und sie nicht diffus durch mein Hirn wabern, habe ich ein Gefühl von Sicherheit in mir.

Wir sehen manchmal Menschen, die Selbst-Sicherheit ausstrahlen, nicht die aufgesetzte, sondern eine natürliche, die aus Selbst-Bewusstsein = sich seiner selbst bewusst sein, entspringt.

Mir fällt immer Kofi Annan dazu ein: für mich strahlt er Selbstsicherheit, Souveränität und Ruhe aus. Alles Eigenschaften, worin ich auch gerne Meisterschaft erlangen würde. Ich arbeite dran! :-)

Selbstbildung, was also ist zusammengefasst das Schöne daran?

Für mich: Freiheit!

Ich glaube, wer sich kennt, folgt nicht den 1000 Prägungen aus Kindheit und Jugend, sondern hat die Wahl und mit der Wahlfreiheit einhergehend das Gefühl von persönlicher Freiheit - für mich und viele ein hoher und anzustrebender Wert.

Rabindranath Tagore hat es poetisch so ausgedrückt:

„ Unsere Taten müssen vor allen Dingen ein Ausdruck der Freiheit sein, sonst gleichen wir Rädern, die sich drehen, weil sie von Außen dazu gezwungen werden.“

Lebenskunst-BLOG is proudly powered by WordPress